Seit mehreren Jahrzehnten hat das Human Research Program (HRP) der NASA umfangreich erforscht, wie der menschliche Körper auf die Bedingungen im Weltraum reagiert. Mit dem Wissen, das sie besitzen, und den gesammelten Daten konnte die Abteilung Geräte entwerfen, Protokolle erstellen und Strategien entwickeln, um alle Astronauten bei ihren Missionen sicher zu halten.
Aufgrund der Bedingungen im Weltraum haben Menschen nur neun bis zwölf Sekunden Bewusstsein außerhalb der Luftschleuse, und sie sind mindestens 30 Sekunden lang vollständig rettbar. Alles darüber hinaus wäre schädlich.
Welche Gefahren birgt das Reisen ins All?
Ohne geeigneten Schutz ist die Umgebung des Weltraums tödlich. Das Hauptproblem im Vakuum des Weltraums ist das Fehlen von Sauerstoff und Druck. Allerdings sind Temperatur und Strahlung ebenfalls gleichermaßen gefährlich.
Ebullismus, Hypoxie, Hypokapnie und Dekompressionskrankheit sind mögliche Nebenwirkungen einer Weltraumexposition. Zusätzlich gibt es zelluläre Mutationen und Zerstörung, verursacht durch hochenergetische Photonen und subatomare Teilchen, die in der Umgebung vorkommen.
Dekompression ist ein großes Problem, besonders während der Außenbordeinsätze (EVAs) der Astronauten. Die Konstruktionen der Extravehicular Mobility Unit (EMU) haben sich im Laufe der Zeit geändert, um dies und andere Herausforderungen zu berücksichtigen.
Ein zentrales Problem war das Spannungsfeld zwischen der Erhöhung der Astronautenmobilität, die durch Hochdruck-EMUs reduziert wird, analog zur Schwierigkeit, einen aufgeblasenen Ballon im Vergleich zu einem entleerten zu verformen, und der Minimierung des Dekompressionsrisikos.
Forscher haben erwogen, eine separate Kopfeinheit auf den Standardkabinendruck von 71 kPa bzw. 10,3 psi zu pressurieren, anstatt den bestehenden Gesamtdruck der EMU von 29,6 kPa bzw. 4,3 psi zu verwenden. Der Rumpf könnte mit diesem Design mechanisch pressuriert werden, wodurch der mit pneumatischer Druckversorgung verbundene Mobilitätsverlust minimiert wird. (Quelle: NASA)
Welche psychologischen Auswirkungen hat das Leben im Weltraum?
Es ist noch nicht gut untersucht, doch es gibt Ähnlichkeiten auf der Erde, etwa arktische Forschungsstationen und U‑Boote. Angst, Schlaflosigkeit und Melancholie können aus dem extremen Stress der Besatzung sowie aus der Anpassung des Körpers an andere Umweltveränderungen entstehen.
Es gibt erhebliche Hinweise darauf, dass psychosoziale Stressoren zu den bedeutendsten Hindernissen für optimale Moral und Leistung der Besatzung gehören.
Der Kosmonaut Valery Ryumin, zweimal Held der Sowjetunion, zitiert diesen Abschnitt aus The Handbook of Hymen von O. Henry in seinem autobiografischen Buch über die Salyut‑6‑Mission.
Wenn du die Kunst des Totschlags anstoßen willst, schließe einfach zwei Männer für einen Monat in einer achtzehn‑zu‑zwanzig Fuß großen Kabine ein. Die menschliche Natur wird das nicht ertragen.
O. Henry, Das Handbuch des Hymen
Wie wirkt Strahlung auf den menschlichen Körper bei Raumflügen?
Hohe Strahlendosen zerstören Lymphozyten, essentielle Zellen für die Aufrechterhaltung des Immunsystems; dieser Schaden führt zu einer verringerten Immunität der Astronauten.
Strahlung wurde ebenfalls mit einer erhöhten Inzidenz von Katarakten bei Astronauten in Verbindung gebracht. Außerhalb der niedrigen Erdumlaufbahn stellen galaktische kosmische Strahlen zusätzliche Herausforderungen für die bemannte Raumfahrt dar. Die durch kosmische Strahlen verursachte Gesundheitsgefahr erhöht das Krebsrisiko über ein Jahrzehnt oder länger der Exposition erheblich.
Laut einer von der NASA finanzierten Studie kann Strahlung das Gehirn von Astronauten schädigen und das Auftreten der Alzheimer‑Krankheit beschleunigen.
Obwohl selten, können Sonnenflares innerhalb von Minuten eine tödliche Strahlendosis abgeben. Es wird angenommen, dass schützende Abschirmungen und Schutzmedikamente die Risiken schließlich auf ein akzeptables Niveau senken werden. (Quelle: NASA)






