Autos und Fahrzeuge entwickelten sich in den Fünfzigern schnell weiter. Motoren wurden größer und schneller konstruiert und nutzten mehr Oktan. Zu dieser Zeit erfuhren Wissenschaftler, dass das Hinzufügen von Blei zum Kraftstoff die Motorleistung verbesserte. Fast drei Jahrzehnte lang nutzten Verbraucher bleihaltiges Benzin, ohne zu wissen, wie stark die Belastung ihre Gesundheit beeinträchtigen würde. Glücklicherweise erkannte ein anderer Wissenschaftler die schädlichen Auswirkungen von bleihaltigem Benzin. Aber wer ist dieser unbeachtete Held?
Clair Patterson, ein Wissenschaftler, der auch am „Manhattan Project“ arbeitete, entdeckte, dass von Autos emittiertes Blei Gesundheitsprobleme verursachte. Er verbrachte 20 Jahre damit, Lobbyarbeit zu leisten, um das Blei aus Benzinprodukten zu entfernen.
Entdeckung der Gefahren von bleihaltigem Benzin
Der Geochemiker Clair Patterson begann seine Karriere, als er einer geheimen nuklearen Produktionsanlage in Oak Ridge, Tennessee, zugeteilt wurde. Er arbeitete am Manhattan Project, einer streng geheimen Regierungsoperation zur Entwicklung der Atombombe. Die meisten Mitarbeiter, die an dem Projekt arbeiteten, verstanden ihre Aufgaben nicht.
Patterson, der gerade Mitte Zwanzig war, unterstützte das Projekt mit seiner Expertise im Umgang mit dem Massenspektrometer. Das Gerät ist empfindlich genug, um den Unterschied zwischen Atomen und ihrer einzigartigen Neutronenzahl zu erkennen. Mit Pattersens Hilfe stellte die Regierung die Atombomben her, die Japan zerstörten. (Quelle: Fantastic Facts)
Patterson verließ das Projekt und erwarb seinen Doktortitel an der University of Chicago. Seine Beherrschung des Massenspektrometers kam zum Einsatz, als er und sein Mentor, Dr. Brown, das genaue Alter der Erde ermittelten. Ein Teil von Pattersens Aufgabe war es, die genauen Mengen verschiedener Isotope von Uran und Blei zu messen.
1955 stellte Patterson seine Ergebnisse auf einer Konferenz vor und schrieb weiter an seiner Arbeit über seine Studien. Allerdings hatte er eine Herausforderung. Durch seine ausgefeilten Fähigkeiten, Blei zu erkennen, fand er es überall. Er musste die Quelle der Kontamination kennen, um sie beseitigen zu können.
In den folgenden Jahren kamen Patterson und M. Tatsumoto vom US Geological Survey zu dem Schluss, dass Tetraethylblei, ein bekannter Zusatzstoff im Autokraftstoff, die Umwelt kontaminiert. Der Wissenschaftler schrieb daraufhin seine Arbeit, in der er seine Ergebnisse berichtete und die Verantwortlichen im öffentlichen Gesundheitswesen zum Handeln aufforderte. In seinem Artikel wurde festgestellt, dass Tetraethylblei fast überall zu finden sei, in Insektiziden, Wasserleitungen, Küchenutensilien und sogar in der Farbe, die Hauswände bedeckt. (Quelle: Mental Floss)
Clair Pattersons Kampf gegen große Ölunternehmen
Als Patterson seine Ergebnisse öffentlich machte, wurde er von den großen Ölkonzernen genau unter die Lupe genommen. Mit Hilfe von Dr. Kehoe versuchten sie, Patterson wie einen Verrückten erscheinen zu lassen, der nicht wusste, was er sagte.
Kehoe war ein weiterer Wissenschaftler, der Blei untersuchte und die negativen Folgen kannte. Dennoch verbrachte er seine Karriere damit, seine Ergebnisse zu beschönigen, da Benzinkonzerne seine Studien finanzierten. Patterson erhielt 1976 seinen Durchbruch, als die US-Umweltschutzbehörde (EPA) eine Reduzierung des Bleigehalts im Benzin vorschrieb. (Quelle: Openmind BBVA)
Pattersons Daten wurden in den folgenden Jahren anerkannt und akzeptiert. Dies führte dazu, dass bleihaltiges Benzin an Tankstellen im Land entfernt wurde. Pattersons Arbeit entstand aus seiner Neugier, das Alter der Erde vollständig zu verstehen. Nach seiner Arbeit stellten Forscher zudem fest, dass das von Autos in den vierziger bis siebziger Jahren emittierte Blei stark mit den Kriminalitätsraten zwanzig Jahre später korreliert. Sie nannten dies die Bleikriminalitäts‑Hypothese. Die Hypothese besagt, dass Bevölkerungen, die in den Jahrzehnten mit bleihaltigem Benzin aufwuchsen, Individuen hervorbrachten, die aufgrund ihres verminderten mentalen Zustands mit höherer Wahrscheinlichkeit kriminell wurden. (Quelle: Fantastic Facts)






