Ein Whistleblower ist eine Person, die illegale, unmoralische oder betrügerische Aktivitäten innerhalb einer privaten oder öffentlichen Organisation aufdeckt. Es handelt sich meist um Menschen, die diese fragwürdigen Aktivitäten entdecken und sie den höheren Behörden melden. Aber was passiert, wenn man betrügerische Aktivitäten in einem der Verwaltungszweige der US‑Regierung findet?
Dr. Whitehurst entdeckte Mängel in der forensischen Haaranalyse, die vom FBI durchgeführt wurde. Er meldete seine Ergebnisse, aber das FBI versuchte jahrelang, ihn zu ruinieren. Sein Bericht wurde untersucht und als zuverlässig befunden.
Was hat Dr. Whitehurst entdeckt?
Dr. Frederic Whitehurst ist ein hochdekorierter Vietnamkriegsveteran und der jüngste Empfänger der Navy Medal for Heroism. Whitehurst erwarb einen Doktortitel in Chemie von der Duke University und einen Postdoktorandenabschluss von Texas A&M. Seine Leistungen halfen ihm, die Karriereleiter zu erklimmen, als er zum FBI kam.
Whitehurst wurde in kürzester Zeit zum Supervisory Special Agent (SSA) ernannt und gleichzeitig zum führenden Sprengstoffexperten der Behörde. 1993 wurde Whitehurst damit beauftragt, den Tatort im World Trade Center zu sichern, als Terroristen versuchten, eine Bombe in der Garage des Gebäudes zu zünden. Während er an dem Fall arbeitete, entdeckte Whitehurst etwas Ungewöhnliches.
Er stellte fest, dass FBI‑Beamte versuchten, forensische Beweise zu manipulieren und Beweise zu fabrizieren, um Verdächtige zu verurteilen. 1994 meldete er seine Erkenntnisse über die richtigen Kanäle innerhalb des FBI.
Whitehursts Entdeckung umfasste Änderungen an den Berichten und Beweisen. Er stellte außerdem fest, dass Personen aussagten, obwohl sie außerhalb ihres Fachgebiets lagen. Whitehurst bemerkte zudem, dass diese unrechtmäßige Praxis Menschenrechte verletzte. Leider wurde sein Bericht von seinen Vorgesetzten nicht beachtet, sodass Whitehurst keine andere Wahl blieb, als weiter die Befehlskette hinaufzusteigen. Er brachte seine Erkenntnisse zum Justizministerium, wodurch er praktisch zum ersten erfolgreichen Whistleblower beim FBI wurde. (Quelle: KKC)
Was war die Konsequenz von Whitehursts Bericht?
Dr. Whitehursts Erkenntnisse deckten systemische Managementfehler im FBI‑Labor auf. Dies führte zu unfairer Behandlung durch das FBI und den Inspector General des Justizministeriums. Whitehurst sah sich kontinuierlicher Vergeltung durch das FBI ausgesetzt. Seine Glaubwürdigkeit wurde häufig angegriffen, und seine Behauptungen wurden jahrelang kritisiert. (Quelle: Whistleblower’s Blog)
Whitehurst wurde schließlich von seiner Position im FBI‑Kriminallabor als Laborleiter und Chemiker entfernt, aber das hielt ihn nicht davon ab, daran zu arbeiten, das System innerhalb des FBI zu verbessern. Er stellte dann die Anwälte Kohn, Kohn und Colapinto ein, in der Hoffnung, dass sie ihm helfen würden, seine Entdeckungen ans Licht zu bringen. Allerdings tat der Generalstaatsanwalt alles, um Whitehurst scheitern zu lassen, da er in den sensibelsten Terrorfall verwickelt war und über hochsichere Zugangsberechtigungen verfügte.
Whitehurst schrieb dann zwei Memos, in denen er das forensische Fehlverhalten beschrieb, das die Integrität der Verfolgung der mit den Terroranschlägen verbundenen Verdächtigen zerstörte. Whitehurst verteilte diese Memos an das Justizministerium, von dort gelangten sie die Befehlskette hinauf und erreichten den Richter, der für den Fall der Bombenanschläge auf das World Trade Center zuständig war.
Als der Richter die Memos sah, befahl er schnell dem FBI, Whitehurst für die Vernehmung durch die Anwälte der Angeklagten zur Verfügung zu stellen. Nach zehn Jahren wurde seine Arbeit endlich bestätigt. Whitehursts Anwälte erhielten Zugang zum vollen Umfang seiner Erkenntnisse und reichten intern in den Aufsichtsbehörden der Regierung Klagen ein. Diese Klagen zwangen die Behörde, ihr forensisches System zu korrigieren. (Quelle: KKC)






