Eines der reaktivsten Elemente im Periodensystem ist Fluor. Trotz seiner explosiven Eigenschaften ist es ein essentielles Element für den Menschen, weshalb es in Alltagsgegenständen wie Trinkwasser und Zahnpasta vorkommt. Aber wusstest du, dass, obwohl wir Fluor jeden Tag begegnen, es tatsächlich ein seltenes Element ist?
Fluor ist das 24.-häufigste Element im Universum. Das macht es im Vergleich zu anderen Elementen relativ selten, hauptsächlich weil es kein Produkt der Kernfusion ist.
Wie wurde Fluor entdeckt?
Das Wort Fluor leitet sich vom lateinischen Wort fluere ab, das fließen bedeutet. Seit Jahrhunderten wurde das Mineral Flussspat zur Metallveredelung verwendet, und diese spezielle Verbindung ließ Metalle fließen. Laut dem Jefferson Laboratory wurde es auch als böhmischer Smaragd bezeichnet und zum Glasätzen verwendet.
Viele Wissenschaftler versuchten, mit Flussspat zu experimentieren, um seine Eigenschaften besser zu verstehen. Im Verlauf dieser Experimente gelang es ihnen, Fluorsäure zu erzeugen, die äußerst reaktiv ist. Selbst kleine Spritzer dieser Säure können schädlich sein.
Chemiker versuchten, Fluor aus verschiedenen Fluoriden zu isolieren, doch erst 1896 gelang es dem deutschen Chemiker Karl O. Christie, Fluor erfolgreich zu synthetisieren. Eine wichtige Tatsache ist, dass Fluor nicht frei in der Natur vorkommt. Im Jahr 2012 konnten Wissenschaftler jedoch Spuren des Elements, eingeschlossen in Antozonit, isolieren. Das dort gefundene Fluor wurde als radioaktives Fluorit bezeichnet.
Im 19. Jahrhundert schrieben die Wissenschaftler André‑Marie Ampère und Humphry Davy über die Möglichkeit eines neuen Elements in der Fluorsäure. Bis 1813 kündigte Davy die Entdeckung des neuen Elements nach Ampères Vorschlag an.
1886 isolierte der französische Chemiker Henri Moissan schließlich Fluor, obwohl er dabei mehrmals vergiftet wurde. 1906 erhielt er den Nobelpreis für die Isolierung von Fluor durch Elektrolyse von trockenem Kaliumwasserstofffluorid und trockenem Fluorwasserstoff. (Quelle: Live Science)
Wie kann Fluor genutzt werden?
Laut der Royal Society werden Fluor‑Salze und verschiedene Fluoride beim Schweißen und beim Glasfrosting verwendet. Es ist auch ein wesentlicher Bestandteil der Kernenergieindustrie. Fluor wird verwendet, um Uran‑Hexafluorid herzustellen, das zur Trennung von Uran‑Isotopen benötigt wird. Schwefel‑Hexafluorid hingegen ist ein Gas, das zur Isolierung von Transformatoren mit Hochleistungsstrom verwendet wird.
Vor dem Verbot wurden Fluorchlorkohlenwasserstoffe oder FCKWs häufig in Kühlschränken, Klimaanlagen, Styroporverpackungen, Feuerlöschern und sogar Sprühdosen gefunden. Das Verbot von FCKWs erfolgte wegen ihres Beitrags zum Ozonabbau.
Vor 2009 wurden FCKWs sogar in Inhalatoren zur Asthmabehandlung gefunden, und sie wurden bis 2013 ausgerottet, da sie sich als schädlicher als nützlich erwiesen. Sie kommen auch in Hochtemperaturkunststoffen wie Teflon und Kabelisolierungen vor.
Heute, Fluor wird in städtischen Wasserversorgungen weit verbreitet eingesetzt. Es wird dem Wasser zugesetzt, um Karies vorzubeugen. Dieselbe Theorie gilt dafür, warum Fluorid in Zahnpasta zugesetzt wird. (Quelle: Live Science)






