Die Gehirnrezeptoren werden während einer Sucht extrem überlastet. Sie reagieren dann, indem sie weniger Dopamin produzieren oder sogar die Dopaminrezeptoren vollständig eliminieren. Laut den meisten PET-Studien konzentriert sich die Sucht auf das dopaminerge System des Gehirns. Aber wussten Sie, dass das Gehirn auch eine Rolle bei Nikotinsucht spielt?
Raucher, deren Insula nach einem Schlaganfall zerstört wurde, konnten einen Tag nach dem Schlaganfall mit dem Rauchen aufhören, ohne Rückfälle oder Verlangen, was darauf hindeutet, dass diese Hirnregion eine Rolle bei Nikotinsucht spielen könnte.
Was ist die Insula?
Die Insula ist laut Neurowissenschaftlern ein lange übersehenes Hirngebiet, das für das Verständnis dessen, was es bedeutet, Mensch zu sein, entscheidend geworden ist.
Sie gilt als Ursprung sozialer Gefühle wie Lust, Verachtung, Stolz, Demütigung, Schuld und Sühne. Sie unterstützt die Entwicklung moralischer Intuition, Empathie und die Fähigkeit, emotional auf Musik zu reagieren. Ihre Anatomie und Evolution haben wesentliche Unterschiede zwischen Menschen und anderen Tieren aufgezeigt.
Die Insula erkennt auch Hunger und Verlangen und ermutigt Menschen, das nächste Sandwich, die nächste Zigarette oder die nächste Kokainlinie zu nehmen. Infolgedessen liefert die Insula‑Forschung neue Perspektiven für die Behandlung von Drogenabhängigkeit, Alkoholismus, Angstzuständen und Essstörungen. (Quelle: The New York Times)
Nikotinsucht bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen
Nikotin ist für Personen unter 25 Jahren gefährlich. Viele junge Menschen werden durch E‑Zigaretten mit Nikotin in Kontakt gebracht.
Jeglicher Gebrauch von E‑Zigaretten bei jungen Menschen ist unsicher, selbst wenn sie nicht später Zigaretten rauchen.
Dr. Jerome Adams, US Surgeon General
Die Auswirkungen von Nikotin auf die Gehirnentwicklung sind maßgeblich für die Gefahren verantwortlich. Das menschliche Gehirn reift erst vollständig mit 25 Jahren. Nikotin kann Aspekte dieser Entwicklung behindern, was zu langfristigen Hirnschäden führt.
Nikotin kann im Gehirn Probleme mit Aufmerksamkeit, Lernen, Stimmung und Impulskontrolle verursachen. Personen unter 25 Jahren haben zudem ein höheres Risiko, eine Nikotinsucht zu entwickeln, bevor ihr Gehirn vollständig ausgereift ist. (Quelle: Drug Watch)
Wie wird die Sucht nach Zigarettenrauchen gestört, wenn die Insula nach einem Schlaganfall beschädigt ist?
Zigarettenrauchen ist ein süchtig machendes Verhalten, das die häufigste vermeidbare Ursache für Krankheiten und Todesfälle in der entwickelten Welt darstellt. Trotz des Bewusstseins über die Gefahren haben viele Raucher Schwierigkeiten, damit aufzuhören, und selbst diejenigen, die erfolgreich aufhören, verspüren Verlangen nach Zigaretten und sind anfällig für Rückfälle.
Langfristige Anpassungen in verschiedenen Hirnsystemen scheinen die Ursache für diese Phänomene zu sein. Tierstudien haben gezeigt, dass subkortikale Bereiche wie die Amygdala, der Nucleus accumbens und der mesotelencephale Dopaminweg die Selbstverabreichung von Drogen verstärken.
Verschiedene Hirnsysteme wurden mit süchtigem Verhalten in Verbindung gebracht, aber keines wurde nachgewiesen, dass es erforderlich ist, um die Sucht nach Zigarettenrauchen aufrechtzuerhalten.
Es wurde entdeckt, dass Raucher mit einer Hirnschädigung, die die Insula betrifft – einem Gebiet, das mit bewussten Verlangen in Verbindung steht – eher als Raucher ohne Insulaschädigung eine Unterbrechung der Tabaksucht erleben, definiert als die Fähigkeit, das Rauchen leicht, sofort, ohne Rückfall und ohne anhaltendes Verlangen nach Zigaretten aufzugeben.
Diese Erkenntnis legt nahe, dass die Insula ein entscheidendes neurologisches Substrat bei der Entstehung einer Tabaksucht ist. (Quelle: National Library of Medicine)






