Laut der Forschung von Gottman und Levenson hängt der Erfolg einer Beziehung nicht von ausgefallenen, großartigen Gesten ab. Stattdessen beruht sie auf den täglichen Interaktionen der Partner und ihrer Aufmerksamkeit, die sie den Bitten des anderen widmen, wobei Bitten die subtilen Handlungen sind, die man unternimmt, um eine Verbindung zum anderen zu erbitten.
John Gottman’ Beobachtung zeigte, dass erfolgreiche Beziehungen stark darauf ausgerichtet waren, den Bitten des jeweils anderen aufmerksam zu sein. Wenn Partner die kleinen Bemühungen des anderen ignorierten, würde ihre Beziehung zwangsläufig scheitern.
Die Ergebnisse des Love Lab
In einer Beziehung zu sein mag zunächst einfach erscheinen, aber es erfordert sorgfältige Anstrengungen im Alltag, um sie aufrechtzuerhalten. Die Großartigkeit der eigenen Gesten ist nicht unbedingt einer der wichtigsten Indikatoren für den Erfolg einer Beziehung.
Der amerikanische Psychologe John Gottman’ und sein Kollege Robert Levenson führten eine Studie an der University of Washington durch. Diese Studie trug dazu bei, Gottman’s Frage zu beantworten, was erfolgreiche und gescheiterte Beziehungen unterscheidet. Die Probanden der Forschung waren Paare. Die Forscher zeichneten die Interaktionen der Paare in einer Beobachtungsstätte auf, die öffentlich das Love Lab genannt wird.
Die Paare sprachen über ihre Beziehung von ihrem ersten Treffen bis zu ihren jüngsten Streitigkeiten. Unter Hinweis auf die Zustimmung der Teilnehmer ließ John Gottman einige von ihnen sogar eine ganze Woche gemeinsam in einer einzigen Wohnung verbringen, um ihre täglichen Interaktionen zu beobachten.
Die Forscher setzten ihre Studie sechs Jahre später mit einer Nachverfolgung der Teilnehmer fort. Nach der Nachverfolgung traten die Unterschiede der Partner zutage. Die Partner wurden entweder als Beziehungsmeister oder Beziehungsdesaster eingeteilt. Die Beziehungsmeister waren gesunde verheiratete Paare, während die Beziehungsdesaster geschieden waren oder unglücklich zusammenblieben.
Durch weitere Untersuchung des Unterschieds zwischen Beziehungsmeistern und Beziehungsdesastern kommt Gottman zu dem Schluss, dass erfolgreiche Beziehungen dazu neigen, einander mehr Aufmerksamkeit zu schenken, selbst in kleinen Gesten.
Nach vielen Monaten, in denen ich diese Aufnahmen mit meinen Studenten angesehen habe, wurde mir klar. Vielleicht ist nicht die Tiefe der Intimität in Gesprächen entscheidend. Vielleicht spielt es nicht einmal eine Rolle, ob Paare zustimmen oder nicht. Vielleicht ist das Wichtigste, wie diese Menschen einander Aufmerksamkeit schenken, egal worüber sie reden oder was sie tun.
John Gottman
(Quelle: The Gottman Institute)
Die Rolle von Bitten in einer Beziehung
John Gottman’s Forschung machte das Konzept der Bitten relevant, da die Ergebnisse seiner Studie die Bedeutung hervorheben, ständig Bitten zu machen und anzunehmen, um eine Beziehung aufrechtzuerhalten. Er beschrieb Bitten als die kleinen Anstrengungen, die man unternimmt, um Verbindungen zu seinem Partner zu suchen, und stellte fest, dass Bitten für die emotionale Kommunikation unerlässlich sind.
Bitten können nonverbal oder verbal sein. Sie werden auf viele Arten kommuniziert; sie können in Form einer Frage, einer körperlichen Handlung oder eines Ausdrucks in leichter, sexueller oder nachdenklicher Weise erfolgen. Häufige Beispiele für Bitten sind das Bitten um Wasser, ein Kuss auf die Wange oder die Planung für das Wochenende. Sie sind oft subtile Handlungen, die das Bedürfnis der Menschen nach Verbindung vermitteln.
Man kann auf eine Bitte reagieren, indem man sich ihr zuwendet, indem man sie anerkennt, sich von ihr abwendet, indem man sie ignoriert, oder sich ihr entgegenstellt, indem man die Bitte in ein Argument verwandelt. Gottman fand in seinen Daten heraus, dass Beziehungsmeister zu mehr als 85 % der Zeit aufeinander zuwandten, während Beziehungsdesaster nur zu 33 % der Zeit aufeinander zuwandten.
Gottmans Daten betonen, dass die tägliche Anstrengung, aufmerksam in einer Beziehung zu sein, eine Beziehung schafft oder zerstört. Er stellte weiter fest, dass die häufigste Ursache für eine Trennung das konsequente Wegwenden der Partner von Bitten war, was zu aufgestautem Groll und einer zunehmenden Entfremdung zwischen den beiden führte. (Quelle: The Gottman Institute)






