Gewalt ist auf verschiedenen Medienplattformen zu sehen. Shows konzentrieren sich auf eine Vielzahl von Gewalt, die oft grausame Verbrechen darstellen, und das mögliche Böse, das Menschen besitzen können. Aber wussten Sie, dass wir, weil wir ständig diesem Inhalt ausgesetzt sind, unsere allgemeine Wahrnehmung der Welt beeinflusst wird? Ein Journalist in den Siebzigern entdeckte dies und formulierte seine Theorie darüber.
Das Mean World Syndrome ist eine Theorie, die besagt, dass Menschen, die ständig gewalttätigen Inhalten in den Medien, insbesondere in den Nachrichten, ausgesetzt sind, die Welt als viel gewalttätiger wahrnehmen, als sie tatsächlich ist.
Was ist das Konzept hinter dem „Mean World Syndrome“?
George Gerbner, ein Kommunikationsprofessor, hypothisierte, dass Menschen, die ständig Gewalt durch Massenmedien konsumieren, Angst, Furcht und Pessimismus erleben könnten, was das Bewusstsein für wahrgenommene Bedrohungen erhöht. Er prägte den Begriff Mean World Syndrome für diese Theorie.
Zu dieser Zeit stieg die Rate gewalttätiger Kriminalität stetig. Morde und Eigentumsdelikte waren in einem nie dagewesenen Ausmaß verbreitet und hielten fast ein Jahrzehnt lang hohe Raten aufrecht. Die Medien gaben Verbrechen so viel Aufmerksamkeit und berichteten sie häufig in den Nachrichten, und Filmemacher begannen, Filme zu produzieren, die Gewalt darstellen. (Quelle: Interrogating Justice)
Gerbner argumentierte, dass Menschen, die ständig Gewalt und Kriminalität ausgesetzt sind, schließlich eine kognitive Verzerrung entwickeln würden, dass die Welt gefährlicher ist, als sie tatsächlich ist. Was Menschen sehen, hören und lesen, ob faktisch oder nicht, etwa in Nachrichtenberichten oder fiktiven Darstellungen in Film und Fernsehserien, trägt wesentlich zu dieser Verzerrung bei. (Quelle: Happiful)
Die Hypothese des Professors wurde bestätigt, als die Kriminalitätsraten in den Neunzigerjahren zurückgingen, die Menschen jedoch weiterhin kein Sicherheitsgefühl hatten. Bis 1993 begann Gallup, ein Unternehmen für Meinungsumfragen, jährliche Befragungen zu den wahrgenommenen Kriminalitätsniveaus durchzuführen. Sie stellten fest, dass die Menschen glaubten, die Kriminalitätsraten würden jährlich steigen, obwohl sie tatsächlich stetig rückläufig waren. (Quelle: Interrogating Justice)
Viele Forscher folgten Gerbners Hypothese und bestätigten sie. In einem Interview sagte Beverley Hills, eine Beraterin und leitende Partnerin bei The Practice, dass die Medien die Menschen ständig in Alarmbereitschaft halten, sei es in den Nachrichten oder im Film. Durch die Verbesserung der Medienproduktion im Laufe der Jahre fällt es unserem Gehirn schwer, Fakten von Fiktion zu unterscheiden. Die Menschen glauben schließlich, dass Gefahren jederzeit überall existieren. (Quelle: Happiful)
Können wir diese Denkweise vermeiden?
Da das Syndrom selbst ständig von den Medien genährt wird, gibt es Möglichkeiten, wie Menschen ihm entgegenwirken können. Hills empfiehlt, dass wir unsere Denkweise hinterfragen. Wir können uns Fragen stellen wie Ist der Gedanke, den ich habe, eine Tatsache oder eine Fiktion? Gibt es Belege, die diesen Gedanken unterstützen? Hills behauptet, dass man durch das Überprüfen seiner Gedanken diese Falle vermeiden kann.
Eine weitere Möglichkeit, das Syndrom zu vermeiden, besteht darin, ein Gleichgewicht in unserem Medienkonsum sicherzustellen. Die sorgfältige Auswahl unserer Nachrichtenquellen sowie das Konsumieren von Medieninhalten mit fröhlichen Tönen hilft erheblich dabei, eine generell negative Wahrnehmung der Welt zu vermeiden. Es ist zudem von großer Bedeutung, dass wir uns bewusst sind, was in der Welt geschieht, und verstehen, dass die meisten negativen Schlagzeilen oft übertrieben dargestellt werden. (Quelle: Happiful)






