Es gibt über 6.000 Frauen, die bei der National Aeronautics and Space Administration (NASA) arbeiten. Die Zahl der Frauen auf Managementebene ist in den letzten zehn Jahren ebenfalls um 59 Prozent gestiegen. Aber selbst bei der großen Zahl von Frauen, die heute bei der NASA arbeiten, scheint es immer noch eine Diskrepanz zwischen den Bedürfnissen von Astronautinnen zu geben.

Sally Ride war die erste amerikanische Astronautin, die 1983 ins All flog. NASA‑Ingenieure schickten 100 Tampons mit ihr auf ihrer 6‑tägigen Reise, in der Annahme, dass das ausreichen würde, falls Ride jemals ihre Periode im Weltraum bekommt. 

NASA schickt 100 Tampons ins All

Sally Ride war die erste amerikanische Frau, die jemals ins All reiste. Das war etwa 20 Jahre, nachdem Russland die Kosmonautin Valentina Tereschkowa ins All schickte. Tereschkowa war die erste russische Frau im Weltraum. Ihre Mission war für sechs Tage an Bord der Challenger im Auftrag STS‑7 geplant. Der Auftrag war eine Satelliten‑Einsetz‑ und Rückholmission.

Die Mission war die komplexeste Mission, die die NASA je durchgeführt hat. Sie wurde von der größten Besatzung gesteuert, die jemals in einem einzigen Raumschiff geflogen ist. Sie war außerdem die Mission, die jemals ein Raumschiff zur Erde zurückbrachte. (Quelle: NASA)

Im Rahmen der Vorbereitung für die Mission fragten NASA‑Ingenieure Ride, ob sie 100 Tampons für die Mission benötige. Zu dieser Zeit war das Thema Menstruation von Frauen im Weltraum ein großes Anliegen der NASA. Sie befürchteten, dass Astronautinnen während ihres Zyklus zu emotional werden könnten, was sie daran hindern könnte, die Raumstation ordnungsgemäß zu betreiben.

Nach ihrer Rückkehr sah sich Ride Fragen der Medien ausgesetzt, ob sie während der Reise unter Druck geweint habe und ob Raumfahrt ihre Fortpflanzungsorgane beeinträchtigen würde, da sie die Erde während ihres Menstruationszyklus verlassen habe. (Quelle: Inverse)

Wie werden Frauen bei der NASA diskriminiert? 

Rides Erfahrung war nicht das einzige Mal, dass weibliche Mitarbeitende eine solch absurde und anstößige Behandlung im Bereich der Weltraumerforschung erfuhren. Es gab weitere Fälle, in denen das von Männern dominierte Feld Sexismus und Diskriminierung als Norm hervorhob.

William Randolph Lovelace II, ein Spezialist für Luft‑ und Raumfahrtmedizin, untersuchte in den sechziger Jahren die Auswirkungen von Raumfahrt auf Frauen. Lovelace glaubte, dass Frauen bessere Kandidatinnen für die Raumfahrt seien, da sie kleiner und leichter seien. Er war der Ansicht, dass sie möglicherweise auch weniger Sauerstoff benötigen würden, wenn sie ins All reisen.

Lovelaces Studie hob Sexismus im Bereich hervor. Wie sich herausstellte, beruhte seine Studie auf der Logik, dass männliche Astronauten während des Flugs mit mehr wichtigen Aufgaben beschäftigt sein würden, sodass sie Frauen für triviale Aufgaben wie das Telefonieren und die Unterstützung bei ihren Pflichten benötigen würden. Obwohl Lovelaces Studie fortschrittlich war, war seine Argumentation sexistisch. Er wollte, dass Frauen ins All reisen, um Weltraumsekretärinnen zu werden.

In den späten Siebzigern, als die NASA begann, weibliche Astronautinnen auszubilden und die Idee begrüßte, dass sie an der Weltraumerkundung teilnehmen, dachten sie auch daran, Make‑up‑Sets zu entwerfen. Astronauten erhielten im Allgemeinen persönliche Hygienesets. Diese enthielten Zahnpasta, Deodorant, Seife und einen Kamm. Aber die Astronautinnen bekamen komplette Make‑up‑Sets.

Im Laufe der Jahre hat die NASA sich dramatisch verbessert. Durch die Beseitigung der sexistischen Sichtweise auf weibliche Astronautinnen gab es viele Frauen, die entscheidende Rollen bei der Weiterentwicklung der Weltraumerforschung spielten. Viele Astronautinnen haben im 21. Jahrhundert ihren Anteil an Raumzeit erhalten. Heute sind 28 % der leitenden Führungskräfte Frauen, und nur 16 % der leitenden wissenschaftlichen Mitarbeitenden sind weiblich. (Quelle: Inverse)