1. Du bist praktisch ein Neandertaler.

Während es mehr als 5 Millionen Jahre her ist, seit wir uns von Schimpansen getrennt haben, sind es nur 400 000 Jahre seit der Aufspaltung der menschlichen und neandertalerischen Linien.

2. Wenn du Asiate oder Kaukasier bist, haben deine Vorfahren vor erst 37 000 Jahren mit Neandertalern gekreuzt, als sie in Europa aufeinandertrafen.

5. Jetzt, wo das gesamte Neandertaler‑Genom sequenziert wurde, glaubt der Harvard‑Genetiker George Church, dass ein Klon in einer menschlichen Leihmutter ausgetragen werden könnte.

7. Der erste Nachweis von Neandertalern wurde 1856 entdeckt.

9. Noch Mitte der 1970er Jahre behaupteten Kreationisten, dass Neandertaler‑Fossilien die Überreste moderner Menschen mit Akromegalie oder Arthritis seien.

Offensichtlich war Spanien der Ort, an dem man sein musste, wenn man ein Neandertaler mit kulturellen Ansprüchen war.


Quelle: http://discovermagazine.com/2013/dec/22-20-things-you-didnt-know-aboutneanderthals

20 Dinge, die Sie über… Neandertaler nicht wussten

1. Du bist praktisch ein Neandertaler. Während es mehr als 5 Millionen Jahre her ist, seit wir uns von Schimpansen getrennt haben, sind es nur 400 000 Jahre seit der Aufspaltung der menschlichen und neandertalerischen Linien.

2. Wenn du Asiate oder Kaukasier bist, haben deine Vorfahren vor erst 37 000 Jahren mit Neandertalern gekreuzt, als sie in Europa aufeinandertrafen.

3. Und dieser Sex hatte Vorteile. Vererbte Neandertaler‑Gene liegen in Allelen vor, die helfen, fiese Viren wie das Epstein‑Barr‑Virus zu bekämpfen – das mit verschiedenen Krebsarten in Verbindung gebracht wird, sagt der Immunologe Laurent Abi‑Rached von der Stanford University.

4. Wenn du wissen willst, wie viel Neandertaler‑DNA du trägst, tupfe einfach deine Wange ab und schicke die Probe an das Genographic Project der National Geographic Society. Oder du lässt dein gesamtes Genom sequenzieren, wie Ozzy Osbourne es 2010 tat. Forscher fanden ein charakteristisches Neandertaler‑Segment auf seinem Chromosom 10.

5. Jetzt, wo das gesamte Neandertaler‑Genom sequenziert wurde, glaubt der Harvard‑Genetiker George Church, dass ein Klon in einer menschlichen Leihmutter ausgetragen werden könnte. Er hält das sogar für vorteilhaft, weil der neandertalerische Geist Probleme lösen könnte, die wir nicht lösen können.

6. Praktisch niemand glaubte, dass man die Gene eines Neandertalers lesen könne, bis 2010, als der Paläogenetiker Svante Pääbo erfolgreich DNA von drei in Kroatien gefundenen Neandertaler‑Skeletten sequenzierte.

7. Der erste Nachweis von Neandertalern wurde 1856 entdeckt. Bergleute im Neandertal in Deutschland fanden Fossilien, von denen man dachte, sie gehörten zu einem Höhlenbären. Ein örtlicher Naturhistoriker widersprach. Er vermutete, die seltsamen Knochen seien die Überreste eines verlorenen Kosaken, der an Rachitis litt.

8. Charles Darwin veröffentlichte drei Jahre später „Über die Entstehung der Arten“. Im Kontext von Darwins Evolutionstheorien wurden die Knochen vom Anatomen William King erneut untersucht, der sie umgehend Homo neanderthalensis nannte, ein Name, der provokativ (und fälschlich) suggerierte, sie seien die fehlende Verbindung zwischen Menschenaffen und Menschen.

9. Noch bis Mitte der 1970er Jahre behaupteten Kreationisten, dass Neandertaler‑Fossilien die Überreste moderner Menschen mit Akromegalie oder Arthritis seien.

10. Dem Paläontologen Marcellin Boule wäre es gut geraten, Pathologie zu studieren. Zwischen 1909 und 1911 rekonstruierte er das erste Skelett eines Neandertalers – der zufällig an Arthritis litt. So entstand das Bild des degenerierten, krümmlichen Neandertalers.

11. Sie waren die ultimativen Handwerker, die durch Übung beeindruckende Fähigkeiten erwarben, jedoch nicht besonders kreativ, sagen der Anthropologe Thomas Wynn und der Psychologe Frederick L. Coolidge von der University of Colorado in Colorado Springs.

12. Den Neandertalern sind ein paar großartige Ideen zu verdanken: Sie fertigten Speere, indem sie Steinspitzen an Holzschäfte hefteten und sie mit Leim verbanden.

13. Sie warfen diese Speere auf Bisons und Wollnashörner, was zu Jagdwunden führte, die die Karriere eines Linebackers beenden würden.

14. Nicht, dass ein verstümmelter Neandertaler sich zurückziehen könnte. Stattdessen pflegten sie einander wieder gesund, wobei sie ihr wichtigstes Konzept einsetzten: Empathie.

15. Sie hatten auch Medizin. Spuren von Kamille und Schafgarbe, zwei entzündungshemmenden Pflanzen, wurden im Zahnbelag von Neandertalern nachgewiesen.

16. Oder handelt es sich um würzige Spuren gehobener Küche? Neandertaler balancierten ihre fleischliche Ernährung mit über rauchigen Feuern geröstetem Gemüse.

17. Und sie hatten ein Gespür für Stil. Archäologen haben in Südspanien ein gelbes Pigment gefunden, das möglicherweise als Grundierung für ihre Haut verwendet wurde.

18. Offensichtlich war Spanien der Ort für Neandertaler mit kulturellen Ansprüchen. Letzten Sommer wurden Gemälde in der El‑Castillo-Höhle am Pas-Fluss gefunden, die mindestens 40.800 Jahre alt sind.

19. Sie waren bessere Maler als Sprecher. Die Anatomie ihrer Stimmwege hätte sie daran gehindert, bestimmte Vokale zu erzeugen.

20. Wie auch immer, wir haben die Chance auf ein Gespräch verloren, da sie vor etwa 25.000 Jahren ausstarben. Ihr letztes Refugium war Gibraltar, heute ein Zufluchtsort für Steuerhinterzieher.