Gürteltiere sind placentale Säugetiere der Ordnung Cingulata. Sie sind für die knöchernen Platten bekannt, die ihren gesamten Körper bedecken und als erste Verteidigungslinie gegen Raubtiere dienen. Während es verschiedene Unterarten dieses Säugetiers gibt, hat das Neunbänder‑Gürteltier ein einzigartiges Geburtsmuster. Warum gebären sie in Vierergruppen?

Neunbänder‑Gürteltiere gebären konsequent Vierlinge. Das liegt daran, dass ein einzelnes Ei nach der Befruchtung in vier identische Embryonen geteilt wird.

Was ist ein Gürteltier?

Gürteltiere sind gelblich‑braune Tiere mit stark gebogenen Krallen und einfachen, nagelartigen Zähnen, denen der Zahnschmelz fehlt. Sie kommen auch in verschiedenen Größen vor. In den Vereinigten Staaten ist die häufigste Unterart das Neunbänder‑Gürteltier, das etwa 76 cm lang ist. 

Sie sind gepanzerte Tiere, die hauptsächlich in den tropischen und subtropischen Regionen Mittel‑ und Südamerikas vorkommen. Die meisten der 20 Arten findet man in offenen Gebieten wie Wiesen, aber mehrere kommen auch in Wäldern vor. Bei den meisten Gürteltieren ist der Panzer eine Sammlung von Platten, die einen Großteil des Körpers, einschließlich Kopf, Beine und Schwanz, bedecken. Mit Ausnahme einer Art ist der Panzer fast haarlos.

Der Panzer besteht aus knöchernen Querbalken, die mit hautabgeleiteten festen Schuppen bedeckt sind. Die Anzahl der beweglichen Bänder in ihrem Panzer verleiht den drei‑, sechs‑ und neunbändigen Gürteltieren ihre Namen. Das Neunbänder‑Gürteltier ist die einzige Art, die in den Vereinigten Staaten vorkommt.

Seit seiner Entdeckung in Texas im 19. Jahrhundert hat sich seine Verbreitung auf zahlreiche südliche Bundesstaaten ausgeweitet. In einigen Gebieten sind achtbändige Exemplare dieser Art verbreitet. Der Pichi oder Zaedyus pichiy, ein häufiger Bewohner der argentinischen Patagonien, und das größere behaarte Gürteltier Chaetophractus villosus, das weit nach Südchile reicht. (Quelle: Britannica

Mehr über das Neunbänder‑Gürteltier oder Dasypus novemcinctus 

Der Dasypus novemcinctus ist das einzige Wirbeltier, das konsequent identische Vierlinge zur Welt bringt. Wenn das Ei einer weiblichen Gürteltier‑Mutter befruchtet wird, teilt es sich in vier genetisch identische Embryonen, die eine gemeinsame Plazenta teilen. Es ist unklar, wie und warum dieses ungewöhnliche Muster entstanden ist und weiterhin existiert.

Wir denken normalerweise an genetische Vielfalt als Vorteil für Lebewesen, die zahlreiche Nachkommen haben.

Das Neunbänder‑Gürteltier widerspricht dem jedoch, indem es Klone erzeugt.

Abgesehen davon, dass sie Milch für ihre Jungen produziert, ist die neunebändige Gürteltier‑Mutter nicht besonders aufmerksam, und das Männchen ist noch weniger. Dennoch könnte die Bereitstellung ausreichender Nährstoffe für die Entwicklung und das Gedeihen ihrer Jungen ihre wichtigste Aufgabe sein.

Zusätzliche Nährstoffe, insbesondere Calcium und Phosphat, sind erforderlich, um einen knöchernen Panzer zu bilden. Obwohl die Ossifikation der Osteodermen bereits im Mutterleib beginnt, kann man sich vorstellen, dass ein dünner und flexibler Panzer, also einer, der nicht vollständig ausgebildet ist, die Geburt von vier Jungen nicht weniger einfach macht. Glücklicherweise findet der Großteil der Entwicklung des Panzers nach der Geburt statt.

Die Gürteltier-Mutter tut dies hauptsächlich durch eine calciumarme, insektenfressende Ernährung. Gürteltiere haben außerdem eine langsamere Stoffwechselrate als die meisten Tiere. Trotz dieser offensichtlichen Nachteile wachsen die bei 100 Gramm geborenen Jungen schnell und können bereits nach zwei Monaten selbst nach Nahrung suchen.

Die Fähigkeit der Gürteltier-Mutter, all dies für ihre vier identischen Nachkommen zu tun, ist ebenso verblüffend wie die Tatsache, dass sie vier identische Junge hat. (Quelle: Carnegie Museum of Natural History)