Unsere Ohren bestehen hauptsächlich aus Knorpel, weil es an Fett und Muskel fehlt; sie sind kälteempfindlicher und oft das erste Körperteil, das auf eisige Temperaturen reagiert. Aufgrund dieser Empfindlichkeit wird empfohlen, Wintermützen oder Ohrenschützer zum Schutz zu verwenden. Aber hast du dich jemals gefragt, wer die Ohrenschützer erfunden hat?

Im Jahr 1873 erfand Chester Greenwood, der erst 15 Jahre alt war und nur eine Grundschulausbildung hatte, den Ohrenschützer, weil ihm die kalten Ohren beim Eislaufen zu viel wurden. Seine Heimatstadt Farmington, Maine, ist heute als das “Ohrenschützer-Hauptstadt der Welt” bekannt.

Wie kam Chester Greenwood auf die Idee?

Wenn du in Maine aufgewachsen bist, bist du an das beißende kalte Wetter gewöhnt. Im Jahr 1873 erfand Chester Greenwood, damals noch ein Teenager, den Ohrenschützer, um eines der anhaltenden Unbehagen, das Menschen während harter Winter erleben, zu lindern.

Greenwood wurde am 8. Dezember 1858 in Farmington, Maine, geboren. Er war eines von sechs Kindern und wuchs auf dem Familienhof auf. Er besuchte nur die Grundschule, leistete aber schon in jungen Jahren viel harte Arbeit. Um die Finanzen der Familie zu unterstützen, verkaufte er Eier in der Stadt und verkaufte Süßigkeiten oder andere Leckereien.

Bevor Greenwood den Ohrenschützer erfand, versuchte er ständig verschiedene Methoden, um seine Ohren zu wärmen. Anfangs benutzte er einen sperrigen und juckenden Wollschal. Er wickelte ihn um seinen Kopf, das funktionierte, aber der unternehmerisch denkende junge Mann suchte nach einer besseren Lösung.

Als er vom Eislaufen nach Hause kam, nahm er zwei Stücke Bauern-Draht und formte sie zu Schlaufen, die groß genug für seine Ohren waren. Dann bat er seine Großmutter, Biberfell auf die Drahtschlaufen zu nähen, die er hergestellt hatte. Kurz darauf wurde der Prototyp des modernen Ohrenschützers erfunden. Die erste Version des Ohrenschützers funktionierte zwar, aber es war offensichtlich, dass Verbesserungen nötig waren. Greenwood fügte dann ein Stahlband hinzu, um die beiden Schlaufen zu verbinden und zusätzliche Stabilität zu bieten. Außerdem brachte er schwarzen Samt im inneren Teil des Ohrenschützers für mehr Komfort an. (Quelle: Smithsonian Magazine)

Wann erhielt Chester Greenwood das Patent für seine Erfindung?

Als er 18 Jahre alt wurde, erhielt Greenwood am 13. März 1877 ein US-Patent für sein Design. Doch bevor das Patent erteilt wurde, begann er, verschiedene Entwürfe und Versionen seiner Ohrenschützer zu testen. Schon bald beschlossen die Menschen, eigene zu machen. Greenwoods Idee wurde so populär, dass er wusste, dass die Gründung eines Fertigungsunternehmens lohnenswert war.

Greenwood eröffnete die Greenwood’s Ear Protector Factory in Farmington, Maine. Sein Ziel war es, Greenwood’s Champion Ear Protectors in Massenproduktion herzustellen. (Quelle: Smithsonian Magazine)

Was geschah mit Chester Greenwood?

Greenwood hörte nicht auf zu innovieren. Er erwarb im Laufe seines Lebens mehr als hundert Patente. Einige seiner Erfindungen führten zu unseren Alltagsgegenständen wie dem Stahlzahnrechen, dem Breitbodenkessel, dem Klappbett, der Lockmausfalle, dem Donut‑Haken und dem Stoßdämpfer.

Er starb 1937 im Alter von 79 Jahren. Das Smithsonian Institution ernannte ihn zu einem der Most Outstanding American Inventors of the 20th Century. Bis 1977 erklärte die Regierung von Maine den 21. Dezember zum Chester Greenwood Day. Die Bewohner von Maine feiern diesen Tag mit einer Parade, um sein Andenken und seine Leistungen zu würdigen. (Quelle: Smithsonian Magazine)