Qian Xuesen war der Vater der chinesischen Raumfahrt und half dem Land, seine Luftfahrttechnologie aufzubauen. Aber wussten Sie, dass der große Raketentechniker wegen der Roten Angst in den fünfziger Jahren zu einer historischen Figur wurde?

Qian Xuesen war ein chinesischer Raketentechniker und Mathematiker, der am streng geheimen Manhattan-Projekt beteiligt war. Er wurde während des Kalten Krieges des Kommunismus beschuldigt, woraufhin er nach China floh, um ihnen bei der Herstellung ihrer ersten Atombombe zu helfen.

Das Leben und die Geschichte von Qian Xuesen

Qian Xuesen wurde am 11. Dezember 1911 in Shanghai, China, geboren. Er war das einzige Kind der aristokratischen Familie aus Hangzhou, deren Abstammung bis zum Gründer des Wu‑Yue‑Königreichs, Qian Liu, zurückreicht (852 bis 932). Xuesen stammte aus einer wohlhabenden Familie. Sein Vater war ein Bildungsreformer und Pädagoge, während seine Mutter die konfuzianischen Klassiker studierte.

Xuesen erhielt einen Studienplatz für Eisenbahningenieurwesen an der Jiaotong‑Universität in Shanghai. Er schloss 1934 ab und reiste im folgenden Jahr in die USA, um einen Abschluss in Luftfahrttechnik am Massachusetts Institute of Technology (MIT) zu erwerben. Der junge Wissenschaftler erhielt diese Möglichkeit durch ein Stipendium für Entschädigungen aus dem Boxeraufstand, das von der US‑Regierung vergeben wurde.

Xuesen verließ das MIT, um 1963 unter dem Forschungsingenieur Theodore von Kármán am California Institute of Technology zu studieren. Er war dafür bekannt, komplexe Berechnungen schnell und mühelos durchzuführen. Er wurde zu einem unverzichtbaren Mitglied von von Kármáns Gruppe von Raketentechnikern.

Der junge Wissenschaftler erwarb 1939 seinen Doktortitel in Luftfahrttechnik am CalTech. Er erregte die Aufmerksamkeit der Streitkräfte. Xuesen half bei der Erstellung einer Analyse des deutschen Raketenprogramms während des Zweiten Weltkriegs. Er reiste als Oberst der US‑Armee nach Deutschland, um gefangene deutsche Raketentechniker zu befragen.

Kurz darauf half er bei der Schaffung und Organisation des US‑amerikanischen Langstrecken‑Raketenforschungsprogramms und war der erste erfolgreiche Leiter von Feststoffraketen. 1949 wurde er zum Robert H. Goddard Professor für Strahltriebwerke ernannt und diente als Direktor des Daniel und Florence Guggenheim Jet Propulsion Center.

Der chinesische Wissenschaftler kehrte dann nach China zurück, um seine Studien und die Entwicklung von Raketen, Marschflugkörpern und allem Luftfahrtbezogenen fortzusetzen, was ihm den informellen Titel „Vater der chinesischen Raumfahrt“ einbrachte.

Xuesen ging 1970 in den Ruhestand und verbrachte die meiste Zeit mit Musik, Kampfkünsten und traditioneller chinesischer Philosophie, lebte in Isolation, bevor er am 31. Oktober 2009 in Peking verstarb. (Quelle: Britannica)

Xuesens Exil nach China

Xuesen fiel es schwer, die amerikanische Kultur zu verstehen. Dies, zusammen mit dem Patriotismus des Wissenschaftlers, führte zu seiner Inhaftierung in den 1950er Jahren. Er wurde während der Roten Angst, die das Land damals erfasste, wegen Spionage angeklagt.

Xuesen, zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Kindern, durfte nach fünf Jahren Hausarrest nach Verhandlungen mit der Eisenhower‑Administration in sein Land zurückkehren. Die Vereinbarung sah vor, Xuesen im Austausch gegen in China inhaftierte Amerikaner freizulassen.

Nach seiner Rückkehr wurde er zum Direktor der Fünften Akademie des chinesischen Verteidigungsministeriums ernannt und bildete die erste Generation revolutionärer chinesischer Raumfahrtingenieure. (Quelle: Britannica)