Die altägyptische Zivilisation war berühmt für ihre Pyramiden, Pharaonen, Kultur und Erfindungen. Sie waren in mehreren Bereichen fortschrittlich, darunter Mathematik und Sprache. Aber wusstest du, dass die Römer ägyptische Anwälte davon abhielten, an Gerichtsverhandlungen teilzunehmen?

Altägypten waren berüchtigt für ihren politischen Humor. Die Römer verboten ägyptischen Anwälten die Teilnahme am Gericht, weil sie über schlechte Urteile lachten. Das ganze Gescherze störte die Heiligkeit der Gerichte.

Wann begannen die alten Ägypter, Recht zu praktizieren?

Das ägyptische Recht begann unter der Herrschaft von König Menes. Die Praxis entwickelte sich bis zur römischen Besetzung um 30 v. Chr. Laut Historikern wird das ägyptische Recht länger praktiziert als jede andere Zivilisation und sogar über die römische Besetzung hinaus. Obwohl kein formeller ägyptischer Gesetzestext entdeckt wurde, wurden mehrere Pharaonen als Gesetzgeber identifiziert.

Die höchste Autorität bei der Beilegung von Streitigkeiten war der Pharao, dessen Worte als oberste gelten. Aufgrund der komplizierten Natur der damaligen Rechtsverwaltung delegierte der Pharao auch an Provinzgouverneure und andere Beamte. (Quelle: Britannica)

Wie sah das altägyptische Justizsystem aus?

Die alten Ägypter hatten einen Gesetzeskodex, aber in den frühen Tagen gab es keine offiziellen Anwälte. Die Parteien mussten ihre Fälle den Regierungsbehörden vortragen, die dem Pharao am nächsten standen. Laut Historikern wurde das längste Testament im Jahr 2026 v. Chr. an den Grabwänden von Nek’ure erstellt. Er war der Sohn des Pharaos Chephren, der sein Vermögen und seine Besitztümer an seine Frau, eine weitere Frau und drei Kinder vererbte.

Die Gerichte dieser Zeit befanden sich oft in einem Innenhof auf einem Tempel, und die Richter waren der Bürgermeister, der Ältestenrat, Priester und gelegentlich der Pharao selbst. Wird jemand für schuldig befunden, wird der Kläger durch Schlagen der Fußsohlen mit einem Stock oder durch Übergießen mit Eselsmilch gequält und bis zum Verzehr durch Ameisen, Flöhe und andere Insekten isoliert. Einige Strafen werden sogar ins Jenseits mitgenommen. (Quelle: Facts and Details)

Wie führte ägyptischer Humor dazu, dass sie von römischen Gerichten verbannt wurden?

Man sagt, dass die alten Ägypter glaubten, die Welt sei aus Lachen entstanden. Ihr Humor wurde oft in Rätseln, Denksportaufgaben oder Witzen auf Papyrus dargestellt, die in verschiedenen Museen weltweit zu finden sind. Und seit Anbeginn der Zeit konnten sie Tabuthemen ansprechen, die sonst beiseitegelegt wurden.

Als Rom Ägypten eroberte, verbot es ägyptischen Anwälten, an Verhandlungen vor den Gerichten von Alexandria teilzunehmen, weil sie häufig über die schlechten Urteile römischer Richter lachten. Sie machten auch Späße, sangen Lieder und scherzten, um politische Gefangene zu verteidigen.

Ägypter sind verdrehte und bittere Menschen mit einem Sinn für Humor.

Theocritus, römischer Dichter

Die ägyptischen Anwälte machten ebenfalls Witze über das Aussehen der türkisch‑osmanischen Herrscher. Sie verspotteten deren Arroganz und Gewicht. Sie gingen sogar so weit, Napoleon Bonaparte zu verspotten. Bonaparte befahl die Verhaftung derer, die solche Aussagen machten. Damit wurde Humor zu einem Verbrechen mit schwerer Strafe oder sogar dem Tod.

Lachen zeigt den Wunsch zu leben; Ägypter greifen zu Sarkasmus und Humor, um ihre eigene Sichtweise auszudrücken oder ihren Problemen zu entkommen.

Abdellatif El-Menawy

Als die Briten Ägypten besetzten, trafen sich die Menschen häufig in Cafés, um über ihre Kolonisatoren zu lachen. Das führte schließlich zur Schließung dieser Cafés. (Quelle: Arab News)