Im Jahr 2010 wurde der Lower Merion School District außerhalb von Philadelphia auf frischer Tat beim Ausspionieren seiner Schüler zu Hause erwischt. Der Schulbezirk schloss schließlich einen Vergleich, anstatt vor Gericht zu gehen. Aber die größere Frage ist, wie solche Dinge überhaupt passieren konnten?

Eine High School in Philadelphia hat ihren Schülern einen Laptop ausgegeben. Was die Schüler nicht wussten, war, dass die Webcams als Mittel zum Ausspionieren verwendet wurden, da die Schule die Möglichkeit hatte, sie aus der Ferne einzuschalten.

Wie haben die Schüler von den Kameras erfahren?

Blake Robbins, ein Sophomore, durfte einen von seiner Schule ausgegebenen Laptop mit nach Hause nehmen. Was er nicht wusste, war, dass Schulbeamte ihn beobachteten.

Ich habe das Gefühl, dass diese Schule nicht das Recht hat, Kameras in den Häusern der Kinder, in deren Schlafzimmern zu platzieren und sie auszuspionieren.

Holly Robbins, Blakes Mutter

Die Familie Robbins erklärte, dass sie von dem Verstoß erfuhr, nachdem der stellvertretende Schulleiter Blake Bilder von ihm zeigte und ihn wegen angeblich unangemessenen Verhaltens in seinem Zuhause konfrontierte. In diesem Moment beschloss die Familie, eine Bundesklage gegen die Schule einzureichen, da die Beamten ihren Sohn ausspioniert und seine Privatsphäre verletzt hätten.

Die Schulbeamten haben die Vorwürfe nicht bestritten; sie gaben zu, tausende Webcam‑Fotos und Screenshots von den Laptops der Schüler aufgenommen zu haben, um fehlende Computer zu finden. Der Vorfall mit Robbins zeigte jedoch das Gegenteil. Viele Datenschutzbefürworter waren über das Vorgehen der Schule bestürzt. (Quelle: CBS News)

Wie hoch war die Vergleichssumme?

Der Schulbezirk einigte sich auf einen Vergleich in Höhe von 610.000 $. Die Familie Robbins möchte sicherstellen, dass so etwas nicht erneut den Kindern anderer Eltern passiert. Sie haben den Kongress gebeten, zu prüfen, ob Änderungen der Bundesgesetze zum Ausspionieren, zur Webcam‑Überwachung und zu anderen Datenschutzrechten erforderlich sind.

Der Senator von Pennsylvania, Arlen Specter, hat ein Gesetz eingebracht, das dies zu einer Bundesstraftat macht, um solche Vorfälle zu verhindern. (Quelle: CBS News)

Eine vom Lower Merion School District veröffentlichte Erklärung

Im Lichte der Ereignisse hat die Schule eine Erklärung zu diesem Thema veröffentlicht.

Wir glauben, dass diese Einigung es uns ermöglicht, in einer besonders sensiblen Weise für unsere Schüler, Steuerzahler und die gesamte Schulgemeinschaft voranzukommen. Die Vereinbarung ist umfassend und löst effektiv alle Komponenten der Laptop‑Klage, einschließlich der Fälle Robbins und Hasan sowie des Versicherungsfalls für Grafikdesign.

Sie ist das Ergebnis einer langen, gerichtlich angeordneten Mediation, an der Richter DuBois und Oberster Magistratsrichter Reuter aktiv beteiligt waren. Die Bedingungen der Vereinbarung wurden in den letzten Wochen in mehreren Sitzungen gründlich geprüft. Während des gesamten Prozesses hat der Vorstand aktiv versucht, die Interessen unserer Steuerzahler zu schützen.

Obwohl wir die Möglichkeit geschätzt hätten, endlich eine wichtige, bislang unerzählte Geschichte vor Gericht zu teilen, erkennen wir, dass in diesem Fall ein langwieriger, kostspieliger Prozess niemandem nützen würde. Er wäre eine unfaire Ablenkung für unsere Schüler und das Personal gewesen und hätte den Steuerzahlern zusätzliche Mittel gekostet, die besser für die Bildung verwendet werden.

Wir wollten auch sensibel gegenüber dem Wohlergehen des in den Fall involvierten Schülers sein, angesichts der möglichen Folgen eines stark publizierten Prozesses.
Unabhängig davon ist das Wohlergehen der Schüler, insbesondere ihre Privatsphäre und Sicherheit, das Wichtigste. (Quelle: CBS News)