Sperlingspapageien sind kleine bis mittelgroße Papageien, die im Allgemeinen lange Schwanzfedern haben. Zu den Gattungen gehören unter anderem Wellensittiche, Mönchspapageien und gewöhnliche Sperlingspapageien. Während sie in Südasien, Australien und den Pazifikinseln reichlich vorkommen, sind sie in Europa nicht so verbreitet. Wie hat sich diese Art also so schnell in Europa ausgebreitet?
1974 wurden 40 Sperlingspapageien aus einem Zoo in Brüssel freigelassen. Man erwartete nicht, dass sie überleben würden, da sie nicht in Europa heimisch sind. Heute gibt es 12.000 von ihnen in Brüssel und 50.000 in London.
Was sind Sperlingspapageien?
Sperlingspapageien gedeihen in warmen Regionen. Sie kommen in Indien, Sri Lanka, Australien, den Pazifikinseln und Südostasien in großer Zahl vor. Sie bilden große Schwärme und können für Getreidefelder ziemlich lästig sein. Die meisten Arten legen etwa vier bis acht Eier pro Gelege, was erklärt, wie schnell ihre Population wächst.
Obwohl diese Vögel in freier Wildbahn gedeihen, werden sie auch als Haustiere gehalten. Sie sind sehr aktiv und benötigen viel Platz. Sie gibt es in vielen Farben und sie können sogar bestimmte Geräusche und Stimmen nachahmen.
Der beliebteste als Haustier gehaltene Sperlingspapagei ist der Wellensittich oder Muschelsittich, auch bekannt als Melopsittacus undulatus. Er wird oft mit Liebesvögeln verwechselt und ist in verschiedenen Farben erhältlich. Die Farbe der Cere oder der Haut an der Basis des Schnabels hilft, das Geschlecht zu unterscheiden. Sperlingspapageien können im Allgemeinen bis zu 15 Jahre alt werden. (Quelle: Britannica)
Die Invasion Europas
Wenn Sie jemals eine Reise nach Europa unternommen haben, würden Sie einen Schwarm Vögel mit ungewöhnlichen Farben bemerken. Sie wirken exotisch und fehl am Platz – und das liegt daran, dass sie es tatsächlich sind. Sie sind glücklich, gedeihen und kommen in Tausenden.
ParrotNet, die europäische Überwachungsplattform, hat über 50.000 Sperlingspapageien in London, 12.000 in Brüssel, 1.500 in Amsterdam und etwa tausend in Madrid identifiziert. Die Frage ist, wie diese exotischen Vögel nach Europa gelangten und warum es so viele von ihnen gibt?
Sperlingspapageien wurden in den 1970er Jahren nach Europa gebracht. Sie wurden entweder absichtlich oder versehentlich freigelassen, was erklärt, warum sie in freier Wildbahn so zahlreich sind. 1974 ließ ein Zoo in Brüssel etwa 40 Ringeltauben (Rosenring‑Sperlingspapageien) frei. Im selben Jahr entkamen etwa 50 Sperlingspapageien aus einem Container am Flughafen Paris Orly in Frankreich. Der Vorfall wiederholte sich 1990, als mehrere Sperlingspapageien am Flughafen Paris Charles de Gaulle entkamen.
Seitdem hat die Sittichpopulation in Europa stetig zugenommen. Das warme Klima in den Küstenregionen Europas ermöglichte diesen tropischen Vögeln zu überleben. Diese Vögel sind im kalten Winter auf Vogelhäuschen angewiesen, die von den Bewohnern aufgestellt werden. (Source: World Crunch)
Sind sie Haustiere oder Schädlinge?
In Städten, in denen die Sittichpopulationen stark zugenommen haben, breiten sich die Vögel weiter in die Randgebiete der Stadt aus, um neue Räume zu finden. Das führte zu Problemen in Vororten, da sie Ernten und Bäume verwüsten. Wirtschaftliche Verluste aufgrund ihrer Überpopulation sind offensichtlich.
In Europa werden die Kosten für invasive Arten insgesamt auf 12 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Diese Zahl berücksichtigt ökologische, wirtschaftliche und medizinische Aspekte.
Daniel Cherix
(Source: World Crunch)





