Vom 17. bis zum 19. Jahrhundert war Gänseziehen ein Blutsport, der in Teilen der Niederlande, Belgiens, Englands und Nordamerikas praktiziert wurde. Er entstand im 12. Jahrhundert in Spanien und verbreitete sich durch die Spanische Dritte im ganzen Europa. Aber wie wird dieser Sport ausgeführt?

Gänseziehen ist die Praxis, eine lebende, gefettete Gans an einen Pfahl zu binden. Reiter zu Pferd versuchen dann, den Hals des Vogels zu ergreifen und ihm beim Galopp den Kopf abzureißen.

Die Geschichte des Gänseziehens

Früher wurde eine lebende Gans verwendet. Der Hals der Gans wurde großzügig geölt, um das Greifen zu erschweren, und das ständige Flattern und Zappeln des Vogels machte es von vornherein schwer, ein Ziel zu treffen. Ein Neger mit einer langen Peitsche in der Hand wurde manchmal in der Nähe des Ziels positioniert und belästigte das Pferd, wenn es vorbeiging.

Die Preise eines Gänsezieh‑Wettbewerbs waren unbedeutend – oft die tote Gans selbst, manchmal Beiträge des Publikums oder Runden von Getränken. Der Hauptreiz für die Zuschauer bei solchen Wettkämpfen war das Wetten auf die Teilnehmer, manchmal um Geld, aber häufiger um alkoholische Getränke.

Heutzutage werden tote Gänse anstelle von lebenden verwendet, aber das macht den Sport nicht weniger brutal. Selbst als Tierquälerei verbreitet war, wurde Gänseziehen oft missbilligt und manchmal mit der barbarischen Praxis des Stierkampfs verglichen. (Quelle: Amusing Planet)

Welchen Preis kann man nach dem Gewinn des Gänseziehens erhalten?

Der Preis für den Gewinn dieser Wettbewerbe war meist unbedeutend, zum Beispiel die erlegte Gans selbst. Vor allem zeigte er Männlichkeit, Geschick und Stärke. Andererseits kamen die Zuschauer wegen des allgemeinen Vergnügens am Gänsezieh‑Event, sowie wegen des Alkohols und des Wettens.

Das Jauchzen, Kreischen, Schreien, Wetten und die Aufregung schlägt alles; es gibt kaum einen Sport, der ihm gleichkommt, bemerkte ein zeitgenössischer Beobachter. (Quelle: Lazer Horse)

Tierblutsportarten, die einst als Unterhaltung galten

Diese Tierblutsportarten waren ebenso gewalttätig wie populär, von Bärenhetzen bis zum Gänseziehen.

Affengehetze

Affengehetze, im 18. und 19. Jahrhundert in England populär, beinhaltete einen Hund gegen einen Affen.

Viele Zuschauer waren überrascht, dass die Affen solche Kämpfe häufig dank ihrer Geschicklichkeit und ihres einzigartigen Kampfstils gewannen. Jacco Macacco war der Name eines dieser Champion‑Affen. Er nahm in den frühen 1820er Jahren in London an Affen‑Baiting‑Kämpfen teil und besiegte 14 Hunde, bevor ihm ein bösartiger Hund namens Puss den Kiefer abgerissen wurde und er kurz darauf starb.

Bärenhetzen

Im 16. und 17. Jahrhundert war Bärenhetzen besonders populär in England. Der Sport bestand darin, einen Bären an einem Pfahl an Bein oder Hals zu fesseln. Anschließend wurden Hunde in die Grube gelassen, um das wilde Tier zu terrorisieren.

Dieser grausame Sport war besonders bei Heinrich VIII. und Königin Elisabeth I. beliebt, die sogar das Parlamentsbeschluss, Bärenhetzen an Sonntagen zu verbieten, aufhob.

Hahnwerfen

Hahnwerfen, im 17. und 18. Jahrhundert in England populär, beinhaltete das Binden eines Hahns an einen Pfosten und das Werfen speziell gewichteter Stöcke darauf, bis das hilflose Tier starb. Puritanische Beamte verboten das Hahnwerfen im 17. Jahrhundert in Bristol, was zu gewaltsamen Aufständen führte. Hahnwerfen wurde weniger populär, als die Menschen mehr über das Tierwohl nachdachten. (Quelle: ATI)

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