Geflügelhaltung ist eine Form der Tierzucht, die sich darauf konzentriert, domestizierte Vögel wie Hühner, Enten, Truthähne und Gänse für Eier oder Fleisch zu züchten. Jeder Geflügelbetrieb folgt eigenen Protokollen und Richtlinien, um die Sicherheit der Vögel zu gewährleisten, aber wusstest du, dass Hühner Brillen tragen, um Kannibalismus zu vermeiden?

Um das Augenpicken und den Kannibalismus zu verhindern, wurden Hühnern winzige Brillen angebracht. Diese rosafarbenen Brillen waren besonders beliebt, weil man dachte, sie hielten die Hühner davon ab, wütend zu werden, wenn sie Blut sahen.

Warum picken Hühner einander?

Es gibt verschiedene Gründe, warum Hühner einander angreifen. Die häufigsten Gründe sind: Sie sind gestresst, sie sind gelangweilt, sie leben unter schlechten Bedingungen, sie sind krank, sie haben Angst oder sie sehen bzw. riechen Blut. Im Laufe der Jahre haben Landwirte einfallsreiche Methoden entwickelt, um dieses Verhalten zu bekämpfen, aber eine der interessantesten Lösungen ist die Erfindung der Hühnerbrillen. (Quelle: Country Family Homestead)

Wer hat die Hühnerbrillen erfunden?

Andrew Jackson Jr. aus Munich, Tennessee, patentierte 1903 eine Art Hühnerbrille als Augenschutz für Hühner. Sie waren in den Vereinigten Staaten für ein paar Cent über den Versandhändler Sears‑Roebuck oder in Futtermittelgeschäften erhältlich. Die National Band & Tag Company stellt die Brillen nicht mehr her, aber sie sind als Sammlerstücke begehrt.

1973 berichtete die Zeitung The Hawk‑Eye aus Illinois, dass ein Landwirt 8.000 Hühner mit der rosafarbenen Variante ausgestattet hatte. In Kansas schlug einer der Erfinder der Brillen ein Gesetz vor, das alle Hühner im Bundesstaat zum Tragen von Brillen verpflichten sollte, doch seine Kampagne war erfolglos. (Quelle: Creative Colorado)

Wie funktionierten diese Brillen?

Hühnerbrillen wurden aus Zelluloid oder Aluminium hergestellt und bestanden typischerweise aus zwei ovalen Platten, die über den oberen Schnabel des Huhns passten, wobei ein Stift durch die Nasenlöcher gesteckt wurde, um die ovalen Stücke zu fixieren.

Es wurden mehrere Designs hergestellt, die auf unterschiedliche Weise am Kopf des Huhns befestigt wurden. Einige wurden mit einem Riemen gesichert, andere mit kleinen Haken, die in die Nasenlöcher eingesetzt wurden, und wieder andere, indem das knöcherne Septum zwischen den Nasenlöchern mit einem Sicherungsstift durchstochen wurde. Letztes Design ist in einigen Ländern wegen des Gewebedurchstichs illegal.

Einige Versionen der Geräte hatten halbtransparente oder vollständig transparente Gläser. Andere waren getönt, oft in Rot‑ oder Rosatönen. Weitere Designs beinhalteten Augenklappen, die völlig undurchsichtig sind und das Vorwärtssehen verhindern.

Schnabelkürzen, bei dem etwa ein Drittel des Schnabels mit einer kalten oder erhitzten Klinge oder einem Infrarotstrahl entfernt wird, ist eine Alternative zu Hühnerbrillen. Dies ist häufig wirksam bei der Reduzierung von Pickverletzungen, verursacht jedoch Schmerzen und beeinträchtigt das Wohlbefinden der Hühner. (Quelle: Orlando Sentinel)

Wie viele Paare Hühnerbrillen wurden verkauft, als sie erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden?

Sam Nadler von der National Farm Equipment Company aus Brooklyn erschien am 16. Januar 1955 in der beliebten Prime‑Time‑Fernsehsendung von CBS, What’s My Line?. Die Sendung war ein Ratespiel, bei dem ein Panel versuchte, die Tätigkeit der Kandidaten zu erraten. 
Für das Publikum wurde Herrn Nadlers Beruf von den Show‑Verantwortlichen als verkauft ‘Brillen’ für Hühner angegeben. Die Identität von Herrn Nadler wurde enthüllt, nachdem das Panel seinen Beruf nicht erraten hatte, und er erklärte, dass sein Unternehmen 2–3 Millionen Paare Hühnerbrillen pro Jahr verkaufe.

(Quelle: Orlando Sentinel)