Der territoriale Streit zwischen Preußen und Dänen führte zu Kriegen, die die nationale Identität der Dänen traumatisierten. Als die Preußen im Zweiten Schleswigkrieg siegten, war es den von Preußen kontrollierten dänischen Bürgern verboten, die dänische Flagge zu hissen.
Der dänische Protestschwein symbolisierte die Unabhängigkeit der dänischen Bürger, als die Identität der Dänen der Unterdrückung durch die preußischen Gesetze zum Opfer fiel. Die rot‑weißen Schweine wurden zum Symbol der dänischen Unabhängigkeit.
Der territoriale preußisch-dänische Krieg
In der Mitte des 19. Jahrhunderts entbrannten territoriale Streitigkeiten zwischen Dänemark und Preußen über die Grenzziehung. Beide Länder wollten die Südjütländische Halbinsel besitzen, die heute als das dänische Land Südjütland innerhalb von Schleswig‑Holstein bekannt ist, und zeigten keinerlei Bereitschaft, ihren Besitz zu kompromittieren.
Dänemark und Preußen beschlossen, die territoriale Kontroverse 1848 auf den Schlachtfeldern zu entscheiden. Dänemark ging als Sieger hervor und erlangte sein rechtmäßiges Eigentum an dem umstrittenen Gebiet. Der dänische Anspruch auf das Gebiet war jedoch nur von kurzer Dauer, da ein weiterer Konflikt ausbrach. Als Preußen Dänemark im Zweiten Schleswigkrieg besiegte, erwarb es schließlich den verdienten Besitz des Landes. (Quelle: Mental Floss)
Der Zweite Schleswigkrieg
Der Triumph Preußens im Zweiten Schleswigkrieg bedeutete einen enormen Verlust für Dänemark. Das Scheitern Dänemarks bedeutete, ein Drittel seines Landes und fast die Hälfte seiner Bevölkerung an Preußen und Österreich abzugeben. Durch diese Niederlage veränderten sich Dänemarks Politik und Kultur sowie seine nationale Identität.
Der Zweite Schleswigkrieg war für Dänemark eine stark traumatisierende Epoche, deren Auswirkungen bis heute nachwirken. Ein berüchtigtes Beispiel dafür ist die dänische Fernsehserie aus dem Jahr 2014 mit dem Titel 1864, dem Kriegsjahr. 1864 löste folglich eine große Kontroverse aus, bei der der Regisseur, zahlreiche Politiker, Historiker, Künstler und dänische Bürger hitzig stritten. (Quelle: Nordics.Info)
Das dänische Protestschwein
Nach ihrem Sieg im Zweiten Schleswigkrieg erließ der preußische Staat in den 1860er‑Jahren schnell zahlreiche Gesetze, die ihre Verachtung gegenüber den Dänen deutlich machten. Sie unterdrückten jedes Zeichen dänischer Identität und beschränkten das Hissen der dänischen Flagge.
Die dänischen Bürger im umstrittenen Gebiet waren über die neuen Gesetze verärgert und entwickelten sofort einen Plan, das Verbot, die dänische Flagge zu hissen, zu umgehen.
Die dänischen Bauern widmeten daraufhin ihre Zeit der Zucht von Schweinen. Sie wollten eine neue Schweinerasse schaffen, die der dänischen Flagge ähnelte – eine relativ einfache Aufgabe, da die dänische Flagge nur ein weißes nordisches Kreuz auf rotem Grund zeigt. So wurden die Schweine gekreuzt, um zwei ausgeprägte weiße Streifen in ihrem leuchtend roten Fell zu erhalten.
Die Bemühungen der dänischen Bauern führten zur Schaffung eines einzigartig gefärbten Schweins, des Protestschweins, das wörtlich „das Protestschwein“ bedeutet. Das einzige, was dem niedlichen Schwein fehlte, um der dänischen Flagge zu entsprechen, war ein weiterer weißer Streifen. Das Protestschwein wurde schnell zum Symbol der kulturellen Unabhängigkeit der Dänen. Seine Anerkennung als offizielle Tierrasse erfolgte im 20. Jahrhundert, wobei die Rasse in Husumer Rotbunt umbenannt wurde.
Derzeit gibt es nur wenige lebende Husumer Rotbunt-Schweine auf der Welt, die meisten leben in Zoos. (Quelle: Mental Floss)






