Laut der Food and Drug Administration (FDA) wird eine seltene Krankheit als solche definiert, die 200.000 Menschen oder weniger betrifft. Wenn man darüber nachdenkt, kann das eine so große Anzahl von Krankheiten abdecken. Die Kuru‑Krankheit steht unter den Top‑drei der Liste, aber was genau ist sie und wie kann man sie sich zuziehen?

Kuru ist eine seltene und unheilbare neurodegenerative Störung. Man kann die Krankheit bekommen, indem man ein infiziertes Gehirn isst oder engen Kontakt mit den offenen Wunden einer bereits infizierten Person hat. Sie kommt bei kannibalischen Stämmen in Neuguinea vor.

Was verursacht Kuru?

Die sehr seltene Störung wird durch infektiöse Gewebe‑Proteine verursacht, die in einem kontaminierten menschlichen Gehirn vorkommen. Kuru kommt häufig bei Menschen aus Neuguinea vor, wo Kannibalismus im Rahmen eines Bestattungsrituals praktiziert wurde. Das Ritual wurde 1960 beendet, aber neue Fälle wurden selbst nach dem Ende des Rituals gemeldet. Das liegt daran, dass es Jahre oder sogar Jahrzehnte dauern kann, bis Symptome auftreten. Der Haupt‑Risikofaktor ist der Verzehr menschlicher Gehirne, die infektiöses Gewebe enthalten.

Kuru verursacht Veränderungen im Gehirn und Nervensystem, ziemlich ähnlich der Creutzfeldt‑Jakob‑Krankheit und Rinderwahnsinn. (Quelle: Medline Plus)

Was sind die Symptome von Kuru?

Die Symptome von Kuru ähneln stark der Parkinson‑Krankheit; schlechte Koordination, Schwierigkeiten beim Gehen, Schluckbeschwerden, verwaschene Sprache, Demenz, Stimmungsschwankungen, Zittern und Verlust motorischer Fähigkeiten. Ein kennzeichnendes Symptom von Kuru ist zwanghaftes Weinen oder Lachen.

Die Krankheit verläuft in drei Phasen. Sie beginnt mit Gelenkschmerzen und Kopfschmerzen, die oft übersehen oder heruntergespielt werden. In der ersten Phase zeigt die betroffene Person einen Verlust der Körperkontrolle. Sie hat Schwierigkeiten, ihre Haltung zu halten, und bemerkt, dass sie die meiste Zeit aus dem Gleichgewicht ist. In der zweiten Phase kann sie nicht mehr gehen, und das Zittern wird stärker und auffälliger. In der dritten Phase sind die Betroffenen völlig bettlägerig. In dieser Phase verlieren sie die Fähigkeit zu sprechen. Sie zeigen zudem Verhaltensänderungen und Gedächtnisverlust.

Die meisten an Kuru erkrankten Personen sterben an sekundären Symptomen, die mit der Unfähigkeit zu bewegen oder zu funktionieren zusammenhängen. Sie sterben entweder an Verhungern, weil sie nicht essen und schlucken können, oder an einer Lungenentzündung. (Quelle: Healthline)

Wie wird Kuru diagnostiziert?

Kuru wird durch eine umfassende medizinische Untersuchung diagnostiziert. Diese umfasst mehrere Bluttests, neurologische Funktionstests und eine ausführliche Krankengeschichte.

Einer der durchgeführten neurologischen Tests ist das Elektroenzephalogramm (EEG), das zur Untersuchung der Gehirnaktivität mittels elektrischer Impulse verwendet wird. Gehirnscans können ebenfalls eingesetzt werden, sind jedoch möglicherweise nicht so hilfreich, um eine eindeutige Diagnose zu stellen. (Quelle: Healthline)

Wie kann man Kuru verhindern und behandeln?

Wie bereits erwähnt, ist Kuru extrem selten. Es kann nur durch Kontakt mit Kuru‑Prionen übertragen werden. Laut dem National Institute of Neurological Disorders and Stroke ist die Krankheit fast verschwunden. Da Kannibalismus‑Rituale entmutigt wurden, sind die Fälle seit Mitte des 20. Jahrhunderts exponentiell zurückgegangen.

Für Personen, die sich mit Kuru infiziert haben, ist die Krankheit unheilbar. Nur palliative Pflege ist möglich. (Quelle: Healthline)