Ganga und Jamuna Shrestha sind nicht nur gewöhnliche Zwillinge; sie waren bei der Geburt konjugiert, wobei ihre Köpfe miteinander verschmolzen waren. Ärzte des Singapore General Hospital haben nun die Aufgabe übernommen, diese Zwillinge zu retten, und widmeten einen Großteil ihrer Zeit der Trennung ihrer Köpfe.
Unterstützt durch computerbasierte Bildgebung hat ein Team von 20 Ärzten unter der Leitung von Dr. Goh mehrere Stunden, fast vier Tage, darauf verwendet, die Gehirne der Shrestha‑Zwillinge sicher zu trennen.
Die mühsame Craniopagus‑Operation
Die längste chirurgische Operation überhaupt dauerte mehr als vier Tage ununterbrochen. Die Zwillinge Ganga Shrestha und Jamuna Shrestha waren bei der Geburt konjugiert. Sie waren erst 11 Monate alt, als sie im Singapore General Hospital operiert wurden, betreut von 20 Ärzten unter der Leitung von Dr. Keith Goh. Ganga und Jamuna teilten sich einen Gehirnhohlraum, was die gesamte Operation riskanter machte.
Ihre Genesung war die erste Gelegenheit für die Zwillinge, in verschiedenen Zimmern zu schlafen. Sie verbrachten die Nacht damit, sich in ihren Zimmern auf der Intensivstation des Singapore General Hospital zu erholen. (Quelle: The Guardian)
Der Chefchirurg: Dr. Keith Goh
Dr. Keith Goh, der leitende Arzt bei ihrer Operation, erklärte weiter, dass sie dankbar seien, dass im Verlauf der Operation keine unglücklichen Ereignisse eingetreten seien. Die Ärzte waren „vorsichtig optimistisch“ bezüglich der Genesung der Zwillinge, da sie unsicher über mögliche dauerhafte Hirnschäden waren, die sie gehabt hätten. Selbst die Ärzte, die die Zwillinge betreuten, wussten nicht, welche Chancen die Zwillinge auf ein langes Leben hätten.
Der führende plastische Chirurg, der an der Operation teilnahm, Lee Seng Tiek, versuchte nicht, seine Zweifel an der Genesung der Shrestha‑Zwillinge zu verbergen. Er sagte, dass mittel- und langfristige Nebenwirkungen sich zwangsläufig im Leben der Shrestha‑Zwillinge zeigen würden.
Als wir die Operation planten, erwarteten wir nicht, dass sie so lange dauern würde. Im Verlauf der Operation stellten wir fest, dass die beiden Gehirne so eng aneinander hafteten, dass wir jedes einzelne Blutgefäß, das zwischen den beiden Gehirnen verlief, sowie das gesamte adhärente Hirngewebe koagulieren, trennen und teilen mussten.
Dr. Keith Goh
Eine Craniopagus‑Operation dauert in der Regel mindestens 30 Stunden, was bereits für die meisten Chirurgen zu lang ist. Die Chirurgen des Great Ormond Street Hospital in London gelten als die geschicktesten bei der Behandlung konjugierter Zwillinge und führten die Operation nur 18 Stunden durch. Es ist wichtig zu beachten, dass sie noch keine so stark verschmolzenen Gehirne wie bei den Shrestha‑Zwillingen erlebt hatten.
Im Vergleich zu einer üblichen Craniopagus‑Operation erforderte dieser Eingriff viel mehr Wachsamkeit. Die singapurischen Chirurgen widmeten Stunden dem Trennen von Hunderten winziger Blutgefäße, indem sie jedes einzelne lokalisierten und zuordneten. Jede Sekunde ist entscheidend, denn je länger die Operation dauert, desto höher ist das Risiko eines Scheiterns.
Computerbasierte Bildgebung unterstützte die Chirurgen enorm bei ihrer Operation, indem sie 3D‑Bilder der Gehirne der Zwillinge für Übung und Planung erzeugen konnten. Ben Carson, ein renommierter Neurochirurg, beriet die Gruppe der Chirurgen ebenfalls. (Quelle: The Guardian)
Die Shrestha‑Zwillinge
Jamunas Operation war die erste, die abgeschlossen wurde, und sie wurde um elf Uhr morgens im Rollstuhl herausgebracht, während Ganga zurückblieb. Gangas Operation dauerte weitere 5 Stunden. Mit einer Mischung aus Gore‑Tex‑Fasern und Knochenmaterial wurden die Köpfe beider Shrestha‑Zwillinge neu aufgebaut.
Dr. Keith Goh erklärte, dass Nachsorge auch Jahre nach der Operation notwendig sei. Das Team des Singapore General Hospital würde die Entwicklung und den Fortschritt der Zwillinge weiterhin überwachen, während sie von einem Spezialisten in Nepal betreut werden.
Beide Shrestha‑Zwillinge überlebten die mühsame Operation, was die ganze Familie glücklich machte! 2008 verstarb Ganga an einer Meningitis, sieben Jahre nach der Operation. Gangas Zwilling, Jamuna, war 2016 gesund und wohlauf, konnte sprechen, singen und die Schule besuchen. (Quelle: The Guardian)






