Olympisches Schwimmen ist berüchtigt dafür, Unentschieden zu vergeben. Allerdings wurden zum ersten Mal in der Geschichte bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio drei Olympioniken Silbermedaillen verliehen.
Becken wurden nicht mit den Millimeter‑Toleranzen konstruiert, die für die Messung von Tausendstelsekunden erforderlich sind. Infolgedessen wird olympisches Schwimmen nur in Hundertstelsekunden getimed. Diese Methode, die Leistung der Athleten zu timen, beeinflusst die Ergebnisse des Sports stark und führt oft zu Unentschieden.
Unentschieden bei olympischen Schwimmwettbewerben
Das erste bekannte Unentschieden im olympischen Schwimmen wurde bei den Olympischen Spielen 1984 verzeichnet. Es war im 100‑Meter‑Freistil der Frauen. Sowohl niederländische als auch amerikanische Schwimmerinnen erzielten eine Zeit von 55,92 Sekunden. Weitere Unentschieden folgten in den Olympischen Spielen 1988, 2000, 2004, 2008, 2012 und 2016.
Bei den Olympischen Spielen 2016 gab es die meisten Unentschieden in der Geschichte des olympischen Schwimmwettkampfs – ein dreifaches Unentschieden um die Silbermedaille im 100‑Meter‑Schmetterling. Dies war das erste Mal, dass ein dreifaches Unentschieden in der olympischen Geschichte verzeichnet wurde. Infolgedessen nahmen Michael Phelps, Chad Le Clos und Laszo Cseh eine Silbermedaille mit nach Hause.
Die Olympischen Spiele in Rio verzeichneten außerdem ein zweifaches Unentschieden um Gold im 100‑Meter‑Freistil der Frauen und ein weiteres zweifaches Unentschieden um Bronze im 100‑Meter‑Rückenschwimmen der Frauen. (Source: Olympics)
Faktoren, die Unentschieden verursachen
Die Fédération Internationale de natation (FINA), auch bekannt als Internationaler Schwimmverband, berücksichtigte alle möglichen externen Faktoren, die das Timing der Schwimmer während der Wettkämpfe beeinflussen.
Die FINA‑Spezifikationen für die Beckenmaße erlauben eine recht beträchtliche Toleranz von 3 cm pro Bahn. Diese Toleranz ergibt sich aus der Gesamtkonstruktion des Standard‑50‑Meter‑Olympiabads. Die Ausdehnung und Kontraktion des für das Becken verwendeten Zements wird berücksichtigt. Auch die Wassertemperatur wird beachtet. Sogar die Farbe des Schwimmbeckens spielt eine Rolle. (Source: Born to Engineer)
FINA erkennt an, dass obwohl das Olympische Komitee die Becken nach spezifischen Standards und Messungen gebaut hat, während der Veranstaltung dennoch unvorhergesehene strukturelle Änderungen im Millimeterbereich auftreten können. Diese, oben genannten Faktoren, entsprechen keinen festen Vorgaben und können daher nicht exakt berücksichtigt werden.
FINA berücksichtigt außerdem, dass die acht Schwimmstrecken jeweils 16 separate Druckplatten für Start und Ziel verwenden. FINA ging davon aus, dass die Zeitinformationen, die von diesen Druckplatten empfangen und an die Datenbank übertragen werden, nicht zu 100 % genau sein können. (Source: WRAL Sports Fan)
Wie Schwimmwettkämpfe getimed werden
Olympisches Schwimmen verlässt sich trotz technologischer Fortschritte ausschließlich auf die Messung von Hundertstelsekunden. Heutzutage ist es möglich, Athleten bis auf eine Millionstelsekunde, genannt Mikrosekunde, zu timen. Zum Vergleich: Ein Blinzeln des Auges dauert etwa 300–400 Mikrosekunden.
Da leichte Abweichungen des Beckens berücksichtigt werden sollten, hat FINA bestimmt, dass diese Zeitmessung für diesen speziellen Sport fair ist.
Wettkämpfe werden mit verschiedenen Werkzeugen und Systemen getimed. Wie bereits erwähnt, gibt es in den acht Schwimmstrecken 16 verschiedene Druckplatten, die den Start- und Endzeitpunkt des Schwimmens messen. Zusätzlich werden zwischen den Schwimmstrecken montierte Kameras eingesetzt. Diese Kameras sind darauf ausgelegt, Auflösungen von 0,01 Sekunden zu erfassen, synchron mit der von FINA vorgeschriebenen Messung in Hundertstelsekunden.
Omega ist nach wie vor offizieller Partner und Zeitnehmer der Olympischen Spiele. (Source: New York Times)






