Mit ein wenig Mut, einer Prise Wissenschaft und einer Menge Taffeta konnten zwei Familien der Unterdrückung in Ostdeutschland entkommen. Aber wie haben sie das geschafft?

1979 konnten zwei Familien aus Ostdeutschland in ihrem selbstgebauten Heißluftballon fliehen. Sie flogen etwa 28 Minuten bei -8 Grad Celsius Wetter und landeten sicher 10 Kilometer von der Grenze entfernt.

Was geschah in Ostdeutschland?

Ostdeutschland war durch die Berliner Mauer isoliert. Die Mauer war stark bewaffnet mit Soldaten und Landminen, um zu verhindern, dass ihre Bürger zur Westseite Deutschlands fliehen. Tatsächlich erhielten die Grenzpatrouillen spezifische Anweisungen, jeden Unbefugten am Durchgang zu hindern. Sie durften rohe Gewalt oder jegliche mögliche Mittel einsetzen, um dies zu verhindern.

Einer der Hauptgründe, warum Menschen Ostdeutschland verlassen wollten, war der Kommunismus. Mehrere versuchten zu fliehen, aber nicht alle waren erfolgreich. (Source: CNet)

Was war die Geschichte hinter dem Heißluftballon?

Peter Strelzyk und Günter Wetzel waren Kollegen in einer örtlichen Kunststofffabrik. Sie waren seit Jahren befreundet und teilten den gemeinsamen Wunsch, das Land zu verlassen. Am 7. März 1978 einigten sie sich, gemeinsam ihre große Flucht zu planen.

Strelzyk war Elektriker und ehemaliger Mechaniker der deutschen Luftwaffe. Wetzel hingegen war Maurer von Beruf. Mit ihren Fähigkeiten und Kenntnissen begannen sie zu brainstormen. Anfangs dachten sie daran, einen Hubschrauber zu bauen, erkannten jedoch, dass sie einen ausreichend leistungsstarken Motor benötigen würden.

Während sie ein Fernsehprogramm über Ballonfahren sahen, beschlossen sie stattdessen, einen Heißluftballon zu bauen. (Source: CNet)

Wie haben sie den Heißluftballon gebaut?

Strelzyk und Wetzel begannen, über Ballons zu recherchieren. Sie planten, mit ihren Familien zu fliehen; Ehefrauen und all ihren Kindern. Sie schätzten das Gesamtgewicht auf etwa 750 Kilogramm. Nach ihrer Berechnung müsste der Ballon, der diese Last heben kann, mindestens 2.000 Kubikmeter fassen und auf 100 Grad Celsius erhitzt werden. Dann schätzten sie die Menge des Materials, das sie für ihren Ballon benötigten. Nach ihren Schätzungen benötigten sie etwa 8.600 Quadratfuß.

Da sie in der kleinen Stadt Pößneck lebten, war es nicht einfach, große Mengen Stoff zu sammeln, ohne aufzufallen. Sie versuchten, Material aus benachbarten Dörfern zu beschaffen, aber leider waren sie nicht erfolgreich. Schließlich reisten sie 50 Kilometer weiter und fanden ein Geschäft, das ihnen das benötigte Material liefern konnte – 850 Meter Stoff.

Das Duo lagerte den Stoff im Haus von Wetzel. Sie schnitten und nähten im Schlafzimmer im zweiten Stock, und als der Ballon größer wurde, mussten sie ihre Arbeiten in den Keller verlegen, wo es leichter zu bewegen war.

Als Nächstes benötigten sie einen Propangasbrenner, um den Ballon zu starten. Sie modifizierten ein Ofenrohr und schlossen es an einen Gasschlauch an. Der Korb wurde aus einem Stahlrahmen gefertigt, anstatt ihn aus Weidengeflecht zu weben. (Source: CNet)

War die Flucht erfolgreich?

Leider funktionierte ihr Plan beim ersten Versuch nicht. Es brauchte drei Versuche und etwa ein Jahr und ein halbes, um ihren Ballon für die Flucht startklar zu machen. Sie landeten in Naila, begannen dort zu arbeiten, wurden aber von Stasi-Spionen unter Druck gesetzt. Das führte dazu, dass sie an verschiedene Orte zogen.

Nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 beschlossen die Strelzyks, in ihre Heimatstadt zurückzukehren, während die Wetzels in Bayern blieben. (Source: CNet)