Medellín, Kolumbien war in den 70er Jahren bis Anfang der 90er Jahre als eine der gefährlichsten Städte der Welt bekannt. Die Kriminalitätsrate war astronomisch hoch, und Drogenlords lebten wie Könige. Aber wer hätte gedacht, dass Architektur eine große Rolle bei der Umgestaltung dieser Stadt spielen würde?
Der Bürgermeister von Medellín wandte sich an den international gefeierten Architekten und Stadtplaner Alejandro Echeverri, um die Stadt neu zu gestalten. Während dieser Zeit konzentrierte sich Echeverri darauf, in den armutsgeprägten Gebieten. Kurz darauf sank die Kriminalitätsrate.
Was geschah in Medellín?
Pablo Escobar führte das Medellín‑Kartell von 1972 bis 1993; während dieser Zeit lag die Mordrate in der Stadt bei 381 pro 100.000 Einwohner bei einer Bevölkerung von über 2 Millionen. Deshalb nannte das Time Magazine die Stadt die gefährlichste Stadt der Erde.
Während der Hochphase von Escobars Herrschaft lebte jeder, der zum Kartell gehörte, frei. Autoritätspersonen wie Polizisten und Richter wurden regelmäßig ermordet, und gewöhnliche Bürger verschwanden spurlos.
Die Stadt versank in Kriminalität und Gewalt. (Source: Stuff)
Wie geschah die Transformation von Medellín?
Als Pablo Escobar 1993 starb, löste sich das Medellín‑Kartell auf und die Strafverfolgungsbehörden begannen, Banden zu zerschlagen, um die weit verbreiteten Verbrechen in der Stadt zu bekämpfen. Auch nachdem das Kartell verschwunden war, blieb die Mordrate hoch.
Zu diesem Zeitpunkt hatte Sergio Fajardo, der damalige Bürgermeister der Stadt, einen ehrgeizigen Plan, Millionen in die öffentliche Infrastruktur zu investieren.
Unsere schönsten Gebäude müssen in unseren ärmsten Gegenden stehen.
Sergio Fajardo
An diesem Punkt kontaktierte Fajardo den Direktor für Stadtprojekte, Architekt Alejandro Echeverri. Die Aufgabe bestand darin, das Bild der Stadt durch Architektur zu erneuern und über oberflächliche Veränderungen hinauszugehen. Dieses humanitäre Projekt sollte die Menschen von Medellín dazu anregen, positiv zu handeln. (Source: Arch Daily)
Wie half das Projekt?
Vor dem Start des Projekts mussten die Behörden sicherstellen, dass Korruption im System nicht existierte. Präsident Álvaro Uribe verabschiedete Gesetze, um das Projekt vor solchen Problemen zu schützen.
Das dafür bereitgestellte Budget war nicht so hoch, wie man denken würde. Daher wurden die Architekten, die Teil des Teams wurden, aus der Region oder von Nachbarländern ausgewählt.
Am Ende des Projekts war die Veränderung deutlich. Bis 2004 hatte die Stadt eine schöne und funktionale Infrastruktur, die zu mehr Projekten und Geschäften führte. Ein besseres Verkehrssystem verband die Stadt mit dem Wirtschaftszentrum Kolumbiens und verbesserte schließlich den Lebensstil der Menschen von Medellín. (Source: Borgen Project)
Wie ist Medellín heute?
Im Jahr 2015 beanspruchte Medellín die beste Lebensqualität in ganz Lateinamerika. 2017 verzeichnete die Stadt einen Rückgang der Armut um 56 %. Sie ist außerdem eine der Städte in Kolumbien mit dem besten Zugang zu sauberem Wasser.
Das zeigt, dass Frieden nicht nur die Strafverfolgungsbehörden betrifft, sondern die gesamte Gemeinschaft. Wenn Beamte die Ursache des Problems angehen statt nur Pflasterlösungen, sehen wir langfristige Veränderungen.
Die Programme in Medellín sind nicht für alle gleich. Trotzdem vermitteln sie eine wertvolle Lektion über die Bedeutung, die Würde marginalisierter Gemeinschaften wiederzubeleben. Medellín ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie der Zugang zu Grundbedürfnissen Städte und sogar Länder transformieren kann.
Stephanie Russo
(Source: Borgen Project)





