Die British Board of Film Classification, bekannt als BBFC, berechnet einen Standardtarif für Filme pro Minute, unabhängig davon, ob es sich um große Studios oder unabhängige Filmemacher handelt.
Ein Regisseur erstellte einen zehnstündigen Film über das Trocknen von Farbe an einer Wand, der zehn Stunden und sieben Minuten dauert. Charlie Lyne machte den Film, um die British Board of Film Classification zu verspotten.
Was ist die British Board of Film Classification (BBFC)?
Die British Board of Film Classification, oder BBFC, hieß ursprünglich British Board of Film Censors. Sie wurde 1912 gegründet, um die Zensurstandards der lokalen Behörden zu vereinheitlichen. Das Hauptziel der BBFC war es, eine konsistente Zensur zu bieten und die Hauptkriterien für Filme, die ins Land kommen, festzulegen. (Source: BBFC)
Die BBFC ist die erste Stelle, die Filme überprüft und bewertet; die endgültige Entscheidung bleibt jedoch bei den lokalen Behörden. Seit 1920 haben die lokalen Behörden jedoch im Allgemeinen die Empfehlungen der BBFC akzeptiert.
Die Einrichtung erweiterte in den achtziger Jahren ihre Reichweite, als das Parlament 1984 das Video Recordings Act verabschiedete. Gleichzeitig wurde der Name der British Board of Film Censorship in British Board of Film Classification geändert.
2008 trat die BBFC in den Online‑Bereich ein und empfahl Klassifikationen für Video‑on‑Demand‑Dienste. 2017 kam sie dann unter dem Digital Economy Act in den mobilen Bereich. Ihre Klassifikationen sind in der Regel nicht verbindlich und lassen den Video‑on‑Demand‑Diensten den Ermessensspielraum. (Source: BBFC)
Filmkategorisierung und Kosten im Vereinigten Königreich
Die BBFC‑Klassifizierung ist die Praxis, Altersfreigaben und Inhaltsrichtlinien für Filme und andere audiovisuelle Inhalte auszustellen, um Kindern und Familien zu helfen, das Richtige für sie auszuwählen und das Falsche zu vermeiden. (Source: BBFC)
In der überwiegenden Mehrheit der Fälle wird der Altersfreigabe‑Vorschlag für die Kinofreigabe von einem Compliance‑Manager freigegeben. Die Genehmigung erfolgt jedoch erst, nachdem zwei Compliance‑Beauftragte die Filme für die Kinofreigabe geprüft haben.
Für DVDs und VoD‑Filme und -Serien ist nur ein Compliance‑Beauftragter erforderlich. Empfehlungen anderer Beauftragter und des Compliance‑Managers werden jedoch für die Klassifizierung vermerkt.
Unflätige Sprache, rechtswidriges Verhalten, Diskriminierung, Drogenkonsum, Horror, Nacktheit, Sex und Gewalt werden für die Klassifizierung geprüft. Der Compliance‑Beauftragte berücksichtigt zudem Kontext, Ton und die mögliche Wirkung einer Botschaft. Dazu gehört, wie das Publikum sich fühlt und in welchem Format der Inhalt veröffentlicht wird, etwa DVDs, Blu‑Rays und VoD‑Videos, die zu Hause angesehen werden, was ein höheres Risiko für jugendliche Zuschauer bedeutet. (Source: BBFC)
Wie bei jeder Organisation gibt es Gebühren für ihre Dienstleistungen. Die BBFC berechnet pro Minute, im Durchschnitt 11 Cent pro Minute. (Source: Screen Daily)
Charlie Lyne und das „Farbe trocknen“
Die Kosten für die BBFC‑Klassifizierung haben den jungen Regisseur und Filmemacher Charlie Lyne dazu veranlasst, einen „Dokumentarfilm“ zu erstellen, in der Hoffnung, seine Meinung zum BBFC‑Gebührensystem der Öffentlichkeit mitzuteilen. (Source: Screen Daily)
Lyne bat darum, dass die BBFC pro Minute für jeden Film, den sie bewerten, Gebühren erhebt, egal ob der Film von einem großen Studio oder von unabhängigen Filmemachern stammt, um Einblick in die Preisgestaltung der BBFC zu geben.
Lyne's Idee war einfach – einen 10‑Stunden‑Dokumentarfilm über eine weiße Wand zu drehen und zu warten, bis sie trocknet. Der Film dauerte 607 Minuten, also insgesamt 10 Stunden einer frisch gestrichenen weißen Wand. Es ist das Trocknen einer bemalten Wand zu beobachten. Lyne wurde mit insgesamt £5.286,16 für die Klassifizierung durch die BBFC belastet. (Source: Screen Daily)






