Judenzählung
Judenzählung (Deutsch für „Jüdische Volkszählung“) war eine Maßnahme, die im Oktober 1916 von der deutschen Obersten Heeresleitung (OHL) während der Turbulenzen des Ersten Weltkriegs eingeführt wurde. Sie sollte Anschuldigungen wegen mangelnden Patriotismus unter deutschen Juden bestätigen, doch die Zählung widerlegte diese Vorwürfe, und ihre Ergebnisse wurden nicht veröffentlicht. Dennoch wurden die Zahlen geleakt und in einer antisemitischen Broschüre veröffentlicht. Die jüdischen Behörden, die selbst Statistiken erstellt hatten, die die Zahlen in der Broschüre deutlich überstiegen, wurden nicht nur vom Zugang zu den Regierungsarchiven ausgeschlossen, sondern auch vom republikanischen Verteidigungsminister darüber informiert, dass der Inhalt der antisemitischen Broschüre korrekt sei. In dem wachsenden antisemitischen Klima sahen viele deutsche Juden „t… Weiterlesen (4 Minuten Lesezeit)






