Der Begriff Teufelsanwalt wird umgangssprachlich verwendet, um jede Person zu beschreiben, die zu einer Unterhaltung hinzugefügt wird, um zu argumentieren. Aber wussten Sie, dass dieser Ausdruck eine interessante Herkunftsgeschichte hat?
Der Titel “Teufelsanwalt” wurde in der katholischen Kirche vergeben. Die Aufgabe des Teufelsanwalts war es, gegen die Heiligsprechung jedes Kandidaten zu argumentieren.
Die Entstehung des Ausdrucks “Teufelsanwalt”
Die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs Teufelsanwalt ist seiner modernen Bedeutung sehr ähnlich. Heutzutage bezieht er sich auf jemanden, der zugunsten eines Vorschlags argumentiert, dem er nicht unbedingt zustimmt oder an den er nicht glaubt, meist zum Zwecke einer Debatte.
Der Teufelsanwalt war vor Jahrhunderten ein echter Beruf innerhalb der Verwaltung der römisch-katholischen Kirche. Wenn die Kirche erwog, jemanden heiligzusprechen, argumentierte der Teufelsanwalt, auch bekannt als advocatus diaboli oder Promotere Fidei, was Latein für Förderer des Glaubens ist, gegen die Nominierung.
Die Unterstützer des Teufels taten dies, indem sie die Beweise für die Wunder des Kandidaten prüften. Sie befragten Zeugen und untersuchten den Charakter des Kandidaten. Die Unterstützer des Teufels standen den Unterstützern Gottes gegenüber, auch bekannt als advocatus Dei oder Förderer der Sache. Wie Anwälte in einem weltlichen Gericht nutzten diese Magistrate ihre Redekunst, um die Jury zu überzeugen, über die Heiligkeit des Kandidaten zu entscheiden.
Die Kirche war in den frühen Jahren des Katholizismus dezentralisiert, und Bischöfe sowie andere mittlere Figuren hatten die Autorität, Heilige auf lokaler Ebene zu kanonisieren. Dies änderte sich im 12. Jahrhundert, als dem Papst die vollständige Befugnis verliehen wurde, Heilige zu erklären, und der Heiligsprechungsprozess formalisiert wurde. (Quelle: Did You Know Facts)
Die Geschichte des Teufelsanwalts
Die Geschichte des Teufelsanwalts lässt sich bis zur Gründung der Congregatio Sacrorum Rituum zurückverfolgen, einer speziellen Kommission, die 1588 von Papst Sixtus V. ins Leben gerufen wurde, um Personen zu untersuchen, von denen man annahm, dass sie zu Lebzeiten Wunder vollbrachten und damit für die Heiligsprechung in Frage kamen.
Die Congregatio und damit die Position des Teufelsanwalts wurden aus verschiedenen Gründen geschaffen. Parigi sagte, Europa im Jahr 1588 fehlten die vielen als selbstverständlich angesehenen Überzeugungen, die die vorherigen Jahrhunderte geprägt hatten. Die Autorität der Kirche, die zuvor unangefochten war, wurde nun auf mehreren Ebenen infrage gestellt.
Der Advokat des Teufels, so Parigi, spielte eine kleine, aber entscheidende Rolle in einem größeren Bestreben, den Heiligsprechungsprozess zu regulieren. Solche Regelungen würden nicht nur stillen Protestanten, die der Integrität des Vatikans skeptisch gegenüberstanden, zugutekommen. Außerdem würden sie verhindern, dass lokale Mystiker autonome Anhängerschaften entwickeln, die die Einheit der katholischen Kirche bedrohen.
Obwohl der Begriff Devil’s Advocate„ nach 1588 populär wurde, ist die Tätigkeit selbst mehreren Jahrhunderten älter als die Congregatio. Wie der Wissenschaftler Leonardas V. Gerulaitis in seinem Artikel The Canonization of Saint Thomas Aquinas anmerkt, wurde der Advokat des Teufels einer Gruppe von Kommissaren zugewiesen, während der Advokat Gottes einem Prokurator zugeordnet war.
Die Kommissare suchten nach Inkonsistenzen zwischen den Zeugenaussagen. Alle Anhörungen und Verhöre wurden aufgezeichnet und einem Ausschuss aus Bischöfen, Priestern und Kardinälen vorgelegt, die den Papst berieten. Obwohl es in der Regel nur einen Prokurator gab, gab es mehrere Kommissare; die Tätigkeit des Advokaten des Teufels machte den Heiligsprechungsprozess noch zugänglicher. (Quelle: Did You Know Facts)
Bild von Medium






