Ein britischer Reisender wird sich in Bermuda ganz zu Hause fühlen, obwohl das Klima dort wärmer und heller ist als alles, was man sich in den Britischen Inseln vorstellen kann. Viele der 60.000 Menschen, die auf der Insel leben, wohnen in pastellfarbenen Kalksteinbauten mit einer Architektur, die an britische Städte und Dörfer erinnert. Aber wussten Sie, warum Häuser in Bermuda weiße, gestufte Dächer haben?
Es gibt keine natürliche Wasserversorgung in Bermuda. Regenwasser wird von jedem Haus durch das weiße, gestufte Dach gesammelt.
Die Technologie der weißen gestuften Dächer
Die weißen, gestuften Dächer sind dafür konzipiert, Regenwasser zu sammeln; sie verlangsamen den starken Regen, und die Regenrinnen sammeln das Wasser und speichern es unter dem Haus.
Der jährliche Niederschlag ist weitaus höher als in England und Wales und verteilt sich gleichmäßig über das Jahr, was hilft, die Tanks stets gefüllt zu halten. Jedes Haus hat alles, was es braucht. Es gibt keine Wassergebühren und kein Leitungswasser.
Das Design des Dachs bietet mehrere Vorteile. Da es aus Kalkstein besteht, ist es schwer und widerstandsfähig gegen Hurrikane. Außerdem wurde es früher mit einem antibakteriellen Kalkmörtel verputzt. Die Farbe hat nun den Mörtel ersetzt. Es bleibt weiß, weil es die ultravioletten Strahlen der Sonne reflektiert, was ebenfalls zur Wasseraufbereitung beiträgt.
Ein weniger offensichtlicher Vorteil dieser Methode ist, dass sie die Wassereinsparung unter den Inselbewohnern fördert.
Wir sind alle damit aufgewachsen, unser eigenes Wassersystem zu Hause zu verwalten, und das macht uns sensibel, was man nicht hätte, wenn das Wasser einfach aus einem Rohr käme.
Alan Rance, Geschäftsführer von Bermuda Waterworks
Umweltspezialist Stuart Hayward behauptet, dass seine Eltern ihm beigebracht haben, dass diejenigen, die kein Wasser schonen, durstig werden.
Man hatte ein Glas Wasser und das benutzte man zum Zähneputzen. Man rationierte das Glas, sodass man mit dem letzten Tropfen die abschließende Mundspülung machte. Man benutzte nicht viel Reinigungsmittel, sodass nach dem Abwasch kein Schaum mehr übrig blieb. Dieses Wasser konnte für den Garten verwendet werden.
Stuart Hayward, Umweltspezialist
Es muss eine Quelle für dieses Wasser geben. Glücklicherweise hat Bermuda seit langem Zugang zu bescheidenen Wasservorräten aus unterirdischen Linsen. Diese Schichten von Süßwasser liegen über schwererem Salzwasser.
Allerdings ist die Insel zunehmend auf Entsalzungsanlagen angewiesen. Derzeit gibt es sechs, die über Bermuda verteilt sind und täglich 13.500 Kubikmeter produzieren. (Quelle: Bermudiana)
Die Schiffswrack‑Hauptstadt der Welt
Das ausgedehnte Korallenriff entlang der Küste Bermudas und die gelegentlichen schweren Hurrikane sind ideal für Schiffswracks. Bisher wurden über 300 Wracks aus dem 17. Jahrhundert entdeckt.
Die Wracks liegen nicht in tiefem Wasser, sodass Schnorchler sie dort sehen können. Sie werden die Cristobal Colon, einen 499 Fuß langen spanischen Luxusdampfer, der 1936 sank, sowie andere Unterwasserwracks, darunter die Constellation, Montana und viele weitere, sehen können. (Quelle: Bermudiana)
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