Charles Robert Darwin wird als einer der herausragendsten britischen Wissenschaftler gefeiert. Seine Arbeiten in der Biologie und seine berühmte Theorie der Evolution haben dazu beigetragen, unser Verständnis der Welt und uns selbst zu verändern. Aber wussten Sie, dass seine Theorie letztlich zur Entdeckung einer exotischen Mottenart führte?
Charles Darwin erhielt Orchideen von einem Freund und bemerkte, dass eine ungewöhnlich lang war. Er theoretisierte, dass es ein Insekt geben müsse, das in der Lage sei, diese Art von Orchidee mit langen Mundwerkzeugen zu bestäuben. Die Motte wurde schließlich ein paar Jahre später entdeckt.
Darwins Faszination für Orchideen
James Bateman, ein bekannter Orchideenzüchter, schickte am 25. Januar 1862 eine Kiste mit Orchideen an Charles Darwin. Darwin, als Naturforscher, wurde neugierig auf die Arten der erhaltenen Orchideen, und da die Namen jeder Orchidee nicht in der Kiste enthalten waren, schrieb er an Bateman, um nachzufragen.
Bateman lieferte die von Darwin angeforderten Informationen. Doch Darwin wurde besonders neugierig auf eine der erhaltenen Orchideen. Diese spezielle Orchidee, wie Darwin feststellte, gehörte zur Gattung Angraecum, allgemein bekannt als die Madagascar Star Orchid. Darwin interessierte sich hauptsächlich für die Länge ihres Nektarsiebs. Die Orchidee hat schlanke Blütenstiele, in denen der Nektar gespeichert wird. Die Röhren erreichen normalerweise etwa zehn bis elf Zoll, aber ihr Nektar befindet sich nur in den unteren zwei Zoll der Blüte. (Quelle: Oxford Academic)
Seine besonders langen Nektarröhren fielen dem berühmten Biologen und seinem Zeitgenossen Alfred Russel Wallace ins Auge. Laut Beth Askham in ihrem Artikel für das Natural History Museum in London schrieb Darwin an Wallace: Gott im Himmel, welches Insekt kann das saugen! Wallace antwortete, dass eine solche Motte mit Sicherheit auf Madagaskar existieren könnte.
Darwin schloss daraus, dass es, wenn es eine solche Orchidee gäbe, ein Insekt geben müsse, das sie bestäuben kann. Andernfalls würde sie überhaupt nicht existieren. Und ein paar Jahre später konnte Wallace intelligent vermuten, dass, falls diese Art von Motte existiert, sie wahrscheinlich zur Familie der Sphingidae gehört, allgemein bekannt als die sphinx moth. Er schlug sogar vor, dass sie ein naher Verwandter von Xanthopan morganii sein könnte. (Quelle: Smithsonian Magazine)
Entdeckung der Darwin-Motte
Und im Jahr 1903, etwa vierzig Jahre nach der Diskussion von Darwin und Wallace, entdeckten die Wissenschaftler Lord Walter Rothschild und Karl Jordan eine Motte auf Madagaskar, die die Vorhersage der beiden perfekt erfüllte. Die madagassische Motte hatte eine Zungenlänge von mehr als elf Zoll. Die Motte entnahm den Nektar der Madagaskar‑Sternorchidee mühelos. (Quelle: Smithsonian Magazine)
Es ist eine Riesenmotte und ist dafür bekannt, die längste Zunge bzw. den längsten Rüssel aller Insekten der Welt zu besitzen. Liebevoll die Darwin-Motte genannt, wurde die Xanthopan praedicta als Unterart des afrikanischen Festland‑Sphinx von Morgan, Xanthopan morganii, bezeichnet.
Sowohl Darwins als auch Wallace’s Hypothese war korrekt – es gab eine existierende Motte, die die Orchidee bestäuben konnte, und die Motte gehörte tatsächlich zur Xanthopan‑Familie. Die Motte wurde Xanthopan morganii praedicta genannt, weil sie von Darwin etwa vierzig Jahre zuvor vorhergesagt worden war.
Die Motte ist heute allgemein als Darwins Motte oder Wallaces Sphinx bekannt, zu Ehren der Geschichte ihrer Vorhersage. Übrigens unterstützte Darwins Vorhersage der Existenz dieser Motte auch stark seine Evolutionstheorie. (Quelle: Daily Mail UK)




