Erziehungsstile variieren von Person zu Person aufgrund unterschiedlicher kultureller Erziehung und lokaler Traditionen. Einige Eltern sind autoritär und gehören zur Ich-habe-dich-gewarnt-Generation, während andere die Erziehung auf demokratischere Weise angehen. Manche sind überfürsorglich und wollen ihre Kinder stets vor Schmerz und Leiden schützen. Aber wussten Sie, dass sie in Schweden nicht überfürsorglich genannt werden?

In Schweden werden überfürsorgliche Eltern nicht „Helikopter‑Eltern“ genannt. Stattdessen heißen sie „Curling‑Eltern“, nach dem Eissport Curling. Sie neigen dazu, den Weg für ihre Kinder zu „glätten“.

Woher kommt der Begriff „Curling‑Eltern“?

In Schweden werden überfürsorgliche Eltern oft Curling‑Eltern genannt, in Anlehnung an den Eissport Curling. 2004 prägte Bent Hougaard, ein dänischer Psychologe, die Metapher in seinem Buch Curling-Forældre og Service-Børn (Curling‑Eltern und Service‑Kinder). Der Psychologe bezog sich auf den Teil des Sports, bei dem ein sweeper einen Besen benutzt, um das Eis zu polieren, sodass der Curling‑Stein sein Ziel reibungslos erreicht.

Hougaard verglich den eisigen Sport mit überfürsorglichen Eltern, die auf dieselbe Weise den eisigen Weg ihrer Kinder glätten, damit diese Schwierigkeiten vermeiden können, während sie versuchen, ihre Ziele zu erreichen. Laut dem Psychologen fühlen sich Kinder, die so erzogen werden, in der Gesellschaft stärker berechtigt.

Diese Curling‑Eltern werden in der britischen Kultur anders genannt. Die Verhaltensforschungsstrategen Kieran Flanagan und Dan Gregory prägten den Begriff Lawnmower‑Eltern in ihrem 2014 veröffentlichten Buch Selfish, Scared and Stupid, das exakt dieselbe Erziehungsstruktur wie die Curling‑Eltern beschreibt.

Die beiden argumentieren, dass Lawn‑Mower‑Eltern bzw. überfürsorgliche Eltern teilweise dafür verantwortlich sind, dass Menschen aufwachsen, die nicht in der Lage sind, ihre Zukunft zu bewältigen, insbesondere die Millennial‑Generation. Viele amerikanische Autoren teilen diese Argumentation, indem sie problematische Merkmale der Millennials diskutieren und sie mit ihren Helikopter‑Eltern in Verbindung bringen. (Quelle: The Society Pages)

Verschiedene Erziehungsstile

Überfürsorgliche Erziehung ist nicht der einzige Erziehungsstil. Mehrere Soziologen nennen einige weitere Stile, und hier ist eine kurze Beschreibung jedes einzelnen.

Der autoritäre Elternteil

Autoritäre Eltern sind sehr streng und stellen Regeln auf, die ihre Kinder befolgen müssen. Wenn sie das nicht tun, werden sie in der Regel hart bestraft. Überhebliche Eltern setzen Gehorsam oft mit Liebe gleich, und offene Kommunikation ist normalerweise keine Option. Meistens üben diese Eltern vollständige Kontrolle über ihre Familien aus.

Der autoritative Elternteil

Dieser Erziehungsstil fördert oft die Unabhängigkeit und hilft den Kindern zu lernen, dass sie Dinge selbst erledigen können. Diese Eltern haben vernünftige Erwartungen an ihre Kinder. Sie verstehen, dass junge Menschen bedeutungsvolle Erfahrungen und Freiheit benötigen, um neue Fähigkeiten zu erlernen, während sie wachsen. Autoritative Eltern lassen ihre Kinder scheitern, in der Hoffnung, dass sie lernen, dass das normal ist.

Der permissive Elternteil

Permissive Eltern ähneln autoritativen Eltern, die im Allgemeinen emotional unterstützend sind und sehr reaktionsschnell auf ihre Kinder eingehen. Einer ihrer grundlegenden Unterschiede besteht darin, dass sie typischerweise keine Vorstellung davon haben, ihre Kinder unter Kontrolle zu halten. Sie setzen ihren Kindern oft keine Grenzen. Dieser Erziehungsstil führt häufig dazu, dass Kinder nicht dazu angehalten werden, gute Manieren zu haben, noch lernen sie, Verantwortung für Hausarbeiten zu übernehmen. Kinder wachsen meist impulsiv, aggressiv und ohne Unabhängigkeit sowie persönliche Verantwortung auf.

(Quelle: Michigan State University)