Die Czernina oder Entenblutsuppe besteht aus Enten- oder Gänseblut, Trockenfrüchten und Essig. Sie zeichnet sich durch ihren süß-sauren Geschmack aus und ist in Osteuropa weit verbreitet. Aber wusstest du, dass es einen Grund gibt, warum sie speziell Männern serviert wird?

Die polnische Suppe Czernina, die aus Entenblut hergestellt wird, wird traditionell jungen Männern serviert, die von ihrer Partnerin abgelehnt wurden, als sie um die Hand in der Ehe baten.

Die Tradition hinter der Entenblutsuppe

Wenn du im 19. Jahrhundert ein junger Herr in Polen warst, war es definitiv ein schlechtes Zeichen, wenn dir eine Schüssel Entenblutsuppe oder Czernina serviert wurde. Die Suppe war ein Mittel für Bauernfamilien, ein Heiratsantrag abzulehnen. In der heutigen Zeit trägt die Suppe nicht mehr den bitteren Geschmack der Ablehnung, erscheint aber dennoch zu manchen Anlässen und wird in Restaurants serviert, die sich auf die polnische Küche spezialisiert haben. (Quelle: Atlas Obscura)

Wie wird die Czernina hergestellt?

Die Hauptzutat der Suppe ist frisches Enten- oder Gänseblut, das direkt vom Vogel abgelassen und in Essig aufbewahrt wird, um ein Gerinnen zu verhindern. Die Köche behalten den Rest der Ente zum Braten, und die Füße sowie Innereien werden verwendet, um der Suppe Geschmack zu verleihen.

Trockenfrüchte wie Pflaumen, Äpfel und Birnen werden ebenfalls hinzugefügt, um der Suppe Süße zu verleihen, die gut mit der sauren Basis des Essigs harmoniert. Grüne Kräuter werden hinzugefügt, um der Suppe ein erdigeres Fundament zu geben. Die dicke und cremige Suppe ist reich an Eisen und unglaublich lecker. (Quelle: Atlas Obscura)

Die Herkunft der Czernina

Jeder Schritt bei der Herstellung der Czernina stammt aus Polen. Das Gericht erhält seinen Namen vom polnischen Wort czarny, das schwarz bedeutet. Die Farbe der Suppe stammt vom frischen Blut, das bei der Zubereitung verwendet wird. Czernina wird schön mit Kluski-Nudeln oder Kartoffelklößen serviert.

Falls du keinen Zugang zu einer frisch geschlachteten Ente oder Gans hast, kannst du sie leicht in einem polnischen Feinkostladen kaufen, wo sie bereits mit Essig gemischt ist. Blanchierte Ententeile oder sogar Schweinenacken können ebenfalls hinzugefügt werden. Wenn dich die Vorstellung, Blut zu konsumieren, stört, gibt es eine blutfreie Version der Suppe namens slepo czarina. (Quelle: The Spruce Eats)

Weitere beliebte Blutgerichte

Der Gedanke, Lebensmittel mit Blut zu verzehren, selbst gekocht, mag ziemlich abstoßend wirken, aber diese Gerichte sind in mehreren Ländern Teil ihrer Kultur. Hier sind einige Beispiele;

Blut-Snack in Taipeh

Man kann tatsächlich einen Schuss Schlangenkblut auf dem Huaxi‑Nachtmarkt in Taipeh bestellen. Es ist eine bedeutende Touristenattraktion, hauptsächlich weil es ziemlich ungewöhnlich ist. Der Vorgang, das Blut aus dem Snack zu extrahieren, wirkt zwar unmenschlich, aber diese Art von Service findet man nur hier.

Blodplattar in Finnland und Schweden

In Finnland oder Schweden findet man ein Gericht namens Blodplattar, das im Grunde ein Pfannkuchen aus Schweineblut ist. Das Blut wird mit Mehl, Melasse, Zwiebeln und anderen Gewürzen geschlagen und dann genauso wie ein Pfannkuchen gebacken. Es wird oft mit süßen Früchten, Marmelade oder Sirup serviert und dann wie ein Crêpe aufgerollt.

Blut‑Tofu in China

Chinesische Köche haben eine Methode entwickelt, Blut zu nehmen und zu einem festen Stück zu gerinnen, das wie ein dunkelrotes Stück Tofu aussieht. Dieses Gericht wird häufig mit Hühner‑, Enten‑ oder Schweineblut zubereitet und wird oft als schwarzer Tofu bezeichnet. Es wird mit Nudelsuppe serviert. (Quelle: Ranker)