Der Grad der Paranoia gegenüber dem Kommunismus erreichte in den 40er‑Jahren einen Höchststand. Dies führte zu mehreren staatlich initiierten Projekten, um sicherzustellen, dass diese Ideologie nicht in den Vereinigten Staaten verbreitet wird. Aber wussten Sie, dass auch Kinofilme nicht vor Anschuldigungen des FBI sicher waren?
1947 veröffentlichte das FBI ein Memo zum 1946‑Film „It’s A Wonderful Life“. Das Bureau war der Ansicht, dass der Film offensichtliche Versuche zeige, Banker und Bürger der Oberschicht in seiner Darstellung von „Mr. Potter“ zu diffamieren und damit den Kommunismus zu fördern.
It’s A Wonderful Life
It’s A Wonderful Life war ein 1946 entstandener Film, produziert und inszeniert vom italienisch geborenen Regisseur Frank Capra. Der Film gilt als einer der Klassiker, die von vielen Zuschauern zu Weihnachten gesehen werden.
Der Film spielt zu Weihnachten, wobei der Protagonist George Bailey, gespielt von James Stewart, darüber nachdenkt, sein Leben wegen seiner Probleme zu beenden. Clarence Oddbody, gespielt von Henry Travers, ein Engel zweiter Klasse, der seine Flügel noch nicht erworben hat, wird beauftragt, Bailey zu retten.
Bevor Oddbody seine Mission antritt, werden Höhepunkte von Baileys Leben gezeigt, damit der Engel seine Aufgabe versteht. Bailey wird als selbstloser und gutherziger Mensch dargestellt. Er übernimmt das Familien‑Spar‑ und Kreditgeschäft und gewinnt gleichzeitig einen unbekannten Gegner in der Gestalt von Mr. Potter, gespielt von Lionel Barrymore. Mr. Potter hat es sich zur Aufgabe gemacht, Baileys Unternehmen um jeden Preis zu schließen.
Baileys Geschichte entfaltet sich und zeigt, dass er heiratet und eine eigene Familie gründet. Doch an einem Heiligabend gibt Baileys Onkel, Uncle Billy, unwissentlich die Bankeinlage an Mr. Potter weiter, der wiederum, um das Unternehmen zu ruinieren, das Geld für sich behält. Mr. Potters Handlung führt dazu, dass Baileys Geschäft in eine finanzielle Katastrophe gerät und Bailey möglicherweise verhaftet wird.
Der Film stellt dies als Baileys Tiefpunkt dar, woraufhin er beschließt, sich zu betrinken und Selbstmord zu begehen, indem er von einer Brücke springt. Der Engel zweiter Klasse erscheint plötzlich und zeigt dem armen Bailey, wie das Leben seiner Lieben ausgesehen hätte, wäre er nie geboren worden.
Diese Erscheinung erneuerte Baileys Lebenslust und löste in der kleinen Gemeinschaft, in der er lebt, einen Ausbruch von Liebe und Wohltätigkeit aus. Sobald Bailey nach Hause zurückkehrt, werden ihn Verwandte und Freunde besuchen, die jeweils Geld spenden, um das fehlende Geld zu ersetzen. Der Film endet, als die Figuren Auld Lang Syne singen. (Quelle: Britannica)
Das FBI und “It's A Wonderful Life”
Zur gleichen Zeit wie die Vorführung des Films hatte das FBI ein Programm, um kommunistische Einflüsse in Hollywood und der Filmindustrie zu erkennen und zu neutralisieren. Ein nicht namentlich genannter FBI‑Agent wurde beauftragt, den Film von Capra zu beobachten und zu bewerten.
Der Agent berichtet, dass der Film sehr unterhaltsam war. Laut dem Wissenschaftler John A. Noakes meldete derselbe nicht namentlich genannte Agent jedoch auch, dass der Film eine bösartige Implikation habe. Dieser Bericht führte zu einer weiteren Bewertung des Films, wobei man der Ansicht war, dass die Produzenten von “It's A Wonderful Life” gängige Tricks angewendet hätten, die Kommunisten zur Verbreitung von Propaganda nutzten.
Der erste kommunistische Trick bestand darin, die Figur des Mr. Potter, eines kapitalistischen Bankiers, als Antagonisten darzustellen und damit eine Ideologie zu verherrlichen, die anti‑amerikanischen Gefühlen gegenüber dem Kapitalismus fördert. Das Büro berichtet außerdem, dass der Film versuchte, die Probleme des einfachen Mannes in der Gesellschaft zu übertreiben, was ihrer Ansicht nach ebenfalls einer kommunistischen Ideologie entspricht. (Quelle: Smithsonian Magazine)
Das FBI reichte ein Memo beim House Un‑American Activities Committee ein, einem Untersuchungsausschuss, der gegründet wurde, um Organisationen und Personen mit mutmaßlichen kommunistischen Verbindungen zu prüfen. Der HUAC entschied jedoch, keine Maßnahmen zu ergreifen und erlaubte die Verbreitung und Vorführung des Films. (Quelle: Washington Post)






