Die Inuit, auch allgemein als Eskimos bekannt, sind indigene Völker, die die arktischen Regionen Kanadas und Alaskas bewohnen. Sie gaben ihren Kindern oft einzigartige Namen. Heute haben sie eine eher westliche Form der Namensgebung für ihre Kinder übernommen, aber warum ist das so?
Project Surname war ein Plan der kanadischen Regierung, das Identifikationssystem der Inuit zu ersetzen, indem ihnen nach Wunsch Nachnamen zugewiesen wurden. Vor dem Projekt erhielten die Inuit Zahlen, die auf einer Scheibe eingraviert waren, als Identifikation.
Projekt Nachname
Von 1968 bis 1971 gründeten die kanadische Regierung und der Rat der Nordwest‑Territorien das Projekt Nachname. Der Kommissar der Nordwest‑Territorien, Stuart Hodgson, und ein Inuit‑Führer, Abraham Okpik, führten das Projekt durch, das darauf abzielte, das Identifikationssystem der Inuit von einer zugewiesenen Nummer, die auf einer Scheibe eingraviert war, zu einem Nachnamen zu ändern. (Quelle: Kanadische Enzyklopädie)
Der Nachname liegt ganz im Ermessen der Person. Bis 1971 konnte Okpik etwa 12.000 Inuit interviewen und ihnen bei der Wahl ihrer Nachnamen helfen. Heute übernehmen die Inuit eine Kombination aus euro‑christlichen Vornamen und bewahren ihre Inuit‑Familiennamen.
Wie war das System, bevor das Projekt Nachname begann?
In den 1920‑Jahren drängten Missionare und Regierungsbeamte darauf, die Inuit nach europäischen Normen und dem patriarchalen Sozialmodell zu identifizieren. Die Minister und Regierungsbeamten hatten Schwierigkeiten, die Inuks für Handel, Volkszählungen und andere Aufzeichnungen zu identifizieren, da sie mit dem Inuit‑Namenssystem nicht vertraut waren.
Es gab mehrere Vorschläge zur Benennung und Identifizierung der Inuk. Die Bundesregierung versuchte verschiedene Ansätze, wie ein binomiales Namenssystem, Rechtschreibstandardisierung, das Anlegen einzelner Akten und sogar das Erfassen von Fingerabdrücken. Schließlich registrierte die Regierung 1941 jeden Inuk mit einem eindeutigen numerischen Kennzeichen.
Dieses eindeutige numerische Kennzeichen wurde entweder auf einer Lederscheibe gestempelt oder auf einer Karte gedruckt, die der Inuk mit sich führen oder sogar an seiner Kleidung annähen musste. Die Eskimo‑Scheibennummern, im Inuktitut ujamit genannt, können auch als Halskette getragen werden. Die Praxis dauerte mehr als dreißig Jahre. Das System wurde 1972 beendet. (Quelle: The Discover Blog)
Antwort auf Projekt Nachname
Trotz Okpiks Erfolg mit dem Projekt stieß es auf ungünstige Reaktionen. Einige Inuit argumentierten, dass das Projekt das europäische Namensmodell verstärkte und die traditionelle Kultur der Inuit ignorierte. (Quelle: Canadian Encyclopedia)
In der traditionellen Inuit‑Kultur achten Ältere oder Eltern sehr darauf, den Namen ihrer Kinder zu wählen. Kinder werden oft nach Blutsverwandten, verehrten Führern oder Jägern oder außergewöhnlichen Personen im Stamm benannt. Es wird auch geglaubt, dass der traditionelle Name große Verantwortung trägt, da man annimmt, dass Kinder physische und charakterliche Merkmale mit denen der Namensgeber teilen können.
Die Kultur mit einem Modell zu verändern, das eine koloniale Geschichte hat, kam bei einigen Inuk nicht gut an. Darüber hinaus behaupten einige, dass sie nicht die Möglichkeit hatten, ihren Nachnamen zu wählen, trotz des freiwilligen Charakters des Projekts.
Andere Inuk bevorzugten das Disc‑System gegenüber Projekt Nachname. Sie haben ihre Disc‑Nummern bereits akzeptiert, und einige haben eine emotionale Bindung zu ihnen entwickelt. Die Scheiben waren Teil ihrer Identität und Familiengeschichte geworden. Einige argumentieren auch, dass das Disc‑System weniger invasiv für die Identitätstraditionen der Inuit war und ein Symbol darstellte, das die Inuk an Kanadas koloniale Vergangenheit erinnerte. (Quelle: CBC)






