Heute haben wir Zugang zu zwei Arten von Schwangerschaftstests. Einer, der Urin auswertet, und ein anderer, der Blut verarbeitet. Urintests werden typischerweise zu Hause durchgeführt, können aber auch in Ihrer örtlichen Klinik durchgeführt werden. Bluttests hingegen werden von Ihrem Gesundheitsdienstleister durchgeführt. Ein Heimtest untersucht in der Regel Ihren Urin auf das Vorhandensein von Humanem Choriongonadotropin (hCG) in Ihrem Körper. Doch bevor diese Fortschritte verfügbar waren, wurden Mäuse früher als Mittel zur Feststellung einer Schwangerschaft eingesetzt. Wie war das möglich?

Schwangerschaftstests im frühen zwanzigsten Jahrhundert umfassten ein zeitaufwändiges und kostspieliges Verfahren, bei dem eine Urinprobe in fünf Mäuse pro Frau injiziert wurde. Die Mäuse wurden anschließend seziert, um festzustellen, ob sie ovulierten oder nicht. 

Die Geschichte der Schwangerschaftstests

Bei den ersten bekannten Schwangerschaftstests urinierten antike ägyptische Frauen auf Gersten- oder Weizenkörner. Wenn die Samen schnell keimten, war das ein Hinweis auf eine positive Schwangerschaft. Obwohl dies wie eine Form von Pseudowissenschaft erscheinen mag, haben mehrere aktuelle Studien gezeigt, dass es recht gut funktioniert und 70‑85 % der Schwangerschaften korrekt erkennt.

Ab dem Mittelalter behaupteten in Europa die Piss-Propheten, Schwangerschaften mit einer Vielzahl bizarrer Urintests vorhersagen zu können. Sie stellten sich vor, dass der Urin schwangerer Frauen einen Nagel rosten, die Farbe eines Blattes verändern oder sogar kleinen Lebewesen ein Zuhause bieten würde. Nach heutigem Kenntnisstand ist es unwahrscheinlich, dass einer dieser Tests eine Schwangerschaft genau erkennen könnte.

Der erste moderne Test, der eine Schwangerschaft genau erkennen konnte, war hingegen nicht weniger bizarr. Aschheim und Zondek, zwei deutsche Wissenschaftler, erfanden diesen Test im Jahr 1927. Sie entdeckten, dass das Injizieren des Urins einer schwangeren Frau in sexuell unreife weibliche Mäuse deren Eierstöcke zum Wachsen brachte und Eier produzieren ließ. (Quelle: Edmonton Journal)

Gibt es andere tierversuchsbasierte Tests? 

Obwohl Aschheim und Zondek einen genauen Test entwickelt hatten, war er nicht gerade einfach, besonders im Vergleich zu den heute in Apotheken erhältlichen Tests. Bei ihrem Verfahren mussten sie fünf Mäuse pro Frau injizieren und etwa eine Woche warten, bis das Ergebnis vorlag. 

Und selbst dann konnten sie nur die hohen hCG‑Werte nachweisen, die Frauen etwa zwei Wochen nach Ausbleiben ihrer Periode haben. Darüber hinaus machte der Einsatz so vieler Tiere den Test teuer und beschränkte ihn auf wenige Labore, die Urin per Post erhielten.

Ein amerikanischer Arzt, Maurice Freidman, verbesserte den Jungmaustest 1931 leicht, indem er Jungmäuse durch erwachsene Kaninchen ersetzte, die sich leichter injizieren ließen.

Allerdings war der britische Wissenschaftler Lancelot Hogben’s Froschtest der Höhepunkt dieser Tierversuche. Da Frösche Eier legen, müssen sie nicht getötet oder seziert werden, um den Eisprung zu bestimmen, und können daher wiederverwendet werden, was die Testkosten senkt. 

Dieser Test lieferte die Ergebnisse auch in kürzerer Zeit: zwölf Stunden. Der Froschtest machte Schwangerschaftstests zugänglicher, erforderte jedoch weiterhin den Versand von Urin an eine begrenzte Anzahl von Froschlaboren. (Quelle: Edmonton Journal)