Faultiere verbringen den größten Teil ihres Lebens kopfüber in den Bäumen der tropischen Regenwälder Süd- und Mittelamerikas hängend. Durch eine merkwürdige Beobachtung wurde gezeigt, dass sie relativ auf die Hilfe von Motten in ihrem Alltag angewiesen sind. Aber wie helfen diese Motten den Faultieren?
Beweise überzeugender Studien zeigen, dass Faultiere eine bestimmte Art von Algen in ihrem Fell produzieren und diese dann verzehren. Mit Hilfe der an ihrem Fell befestigten Motten findet ein seltsamer Prozess der Algenernte in ihrem Körper statt.
Was sind Faultiere?
Faultiere sind die trägen Baumbewohner, die häufig in Mittel- und Südamerika vorkommen. Sie verbringen den größten Teil ihres Lebens in tropischen Regenwäldern. Sie bewegen sich mit einer sehr langsamen Geschwindigkeit von etwa 40 Yards pro Tag durch die Bäume und knabbern dabei an Blättern.
Diese Tiere haben einen sehr langsamen Stoffwechsel und verbringen den größten Teil ihres Tages mit Schlafen. Überraschenderweise sind Faultiere tatsächlich gute Schwimmer. Sie springen manchmal von ihren Ästen in ein Gewässer, um zu paddeln. Es gibt heute sechs bekannte Faultierarten; Bradypus pygmaeus, Bradypus torquatus, Bradypus tridactylus, Bradypus variegatus, Choloepus didactylus und Choloepus hoffmanni.
Faultiere sind so wichtige Elemente im Ökosystem eines tropischen Regenwaldes. Die Faultierpopulation ist stark von der Gesundheit ihrer Umgebung abhängig, und da tropische Wälder ständig gefährdet sind, verlieren Faultiere zunehmend ihr Zuhause und ihre Nahrungsquelle. Während Faultiere den Waldboden erkunden, tun sie dies nicht immer, da sie auf diese Weise stärker Raubtieren ausgesetzt sind und kaum Möglichkeiten zur Verteidigung haben. (Quelle: World Wildlife Organization)
Faultier und Motten: Gegenseitig vorteilhaft
Jede Haarsträhne des Faultierfells enthält Strukturen, die Algen sammeln und den Faultieren während der feuchten Jahreszeit einen grünlichen Schimmer verleihen. Zweifingerfaultiere steigen selten zum Waldboden hinab. Um zu einem neuen Baumgebiet zu gelangen, warten sie oft, bis der Wald überflutet ist, und schwimmen dann zu ihrem nächsten Zuhause. In diesem Fell befindet sich eine Motte.
Wenn ein Faultier zum Boden geht und sein Geschäft erledigt, fliehen weibliche Motten ins Fell, um dort Eier im Kot des Faultiers zu legen. Die Eier schlüpfen und die Mottenlarven fressen und leben im Kot. Schließlich fliegen die neu geschlüpften erwachsenen Motten auf der Suche nach einem Faultier, um den Zyklus von vorne zu beginnen.
So haben Faultiere einen Weg gefunden, ihren Jungen durch die seltsame Beziehung zu den Motten Nahrung zu geben. Aber haben die Faultiere dabei etwas zurückgewonnen?
Forscher gehen davon aus, dass Motten Nährstoffe transportieren, die das Wachstum von Grünalgen im Fell des Faultiers ausreichend ermöglichen. Indem sie die Algen als bequemen Snack nutzen, fügen Faultiere ihrer ansonsten nährstoffarmen Ernährung wertvolle Kohlenhydrate, Proteine und Fette hinzu. Und die grüne Farbe der Algen hilft zudem, die Faultiere vor potenziellen Räubern zu tarnen.
Diese ganz besondere Beziehung und die unbeabsichtigte Nahrungsquelle, die sie bietet, könnten ein Hauptgrund dafür sein, warum Dreifingerfaultiere so schwer in Gefangenschaft zu halten sind. (Quelle: Gizmodo)






