Ein Mausrad ist ein Gerät, das für Hamster und andere Nagetiere geschaffen wurde, um diesen Tieren in begrenzten Lebensräumen Bewegung zu ermöglichen. Es wurde ausdrücklich für domestizierte Hamster, die als Haustiere gehalten werden, entworfen. Aber wusstest du, dass Räder auch die Aufmerksamkeit von Wildnagern auf sich ziehen?
Forscher entdeckten, dass Wildnagetiere Mausräder nutzen, wenn sie in der Nähe ihres natürlichen Lebensraums zur Verfügung gestellt werden. Sie fanden auch heraus, dass andere kleine Tiere das Rad von Zeit zu Zeit benutzen.
Wann wurde das Hamsterrad erfunden?
Obwohl es keine Hinweise auf bestimmte Personen oder Zeiträume gab, wann das Hamsterrad erfunden wurde, wurde die früheste Erwähnung einer technologisch fortgeschrittenen Version im Jahr 1969 gefunden. Kevin Woolfolk war eines Nachts auf seinem Heimtrainer und bemerkte, während er die zurückgelegte Strecke seiner Übung aufzeichnete, dass sein Hamster Burt ebenfalls auf seinem Rad lief.
Woolfolk war neugierig, wie weit Burt lief, während er auf dem Rad rannte. Er baute ein Prototyp‑Mausrad, das die von Burt zurückgelegte Strecke messen konnte, während er auf dem Rad lief. Es bestand aus einem kleinen magnetischen Zähler, den er in einem örtlichen Geschäft gekauft hatte.
Nachdem er den Prototyp gebaut hatte, platzierte Woolfolk ihn in Burts Käfig und ließ den Hamster seine nächtlichen Läufe machen. Nach dem Aufwachen notierte er, dass Burt insgesamt 23.300 Fuß gelaufen war, was etwa 4,5 Meilen entspricht. Als ihm klar wurde, dass seine Erfindung für andere nützlich sein könnte, patentierte Woolfolk sie, wodurch er als bekannter Erfinder dieses Typs von Mausrad gilt. (Quelle: The Inventors)
Warum laufen Nagetiere gerne auf Rädern?
Jahrzehntelang wurde Hamstern und anderen domestizierten Nagetieren das Laufen auf Rädern beigebracht, weil sie in einem kleinen Gehege eingesperrt waren. Dies führte schließlich zu einem neurotischen Verhalten, das sie zum Laufen veranlasste. (Quelle: Wired)
Neuere Forschungen zeigten jedoch, dass Nagetiere freiwillig auf einem Laufrad laufen würden, wenn es zugänglich ist, und dies sogar in Abwesenheit irgendeiner Belohnung tun. Die niederländischen Neurophysiologen Johanna H. Meijer und Yuri Robbers vom Leiden University Medical Center führten die Studie durch, die diese Hypothese bestätigte.
Sie wollten feststellen, ob das Laufen im Rad eine von Tieren in Gefangenschaft entwickelte Aktivität ist. Sie bauten käfigähnliche Vorrichtungen, die ein Mausrad enthielten. Die Anordnung wurde so gestaltet, dass die Tiere leicht hinein- und herausgehen konnten. Meijer und Robbers stellten diese Apparate in einem grünen Stadtgebiet auf, das für die Öffentlichkeit nicht zugänglich war. Sie installierten dann einen Bewegungssensor, der eine Nachtsichtkamera aktivierte, sobald das Rad bewegt wurde. Schließlich legten sie etwas Futter in die Nähe der Anordnung, um die kleinen Tiere anzulocken.
Die Forschung dauerte drei Jahre, und sie konnten über 200.000 Aufnahmen an beiden Standorten, an denen die Apparate aufgestellt waren, sammeln. Sie analysierten über 12.000 Videosegmente, die verschiedene Tiere beim Benutzen des Rades zeigten. Die Videos zeigten Mäuse, Ratten, Spitzmäuse, Frösche und sogar Schnecken, die auf das Rad kletterten.
Während einige Videos zeigten, dass manche Tiere das Rad unbeabsichtigt bewegten, bemerkten sie, dass die meisten es bewusst nutzten. Einige Tiere liefen für kurze Zeit, stiegen vom Rad ab, stiegen wieder auf und liefen weiter. Das deutete darauf hin, dass die Aktivität bewusst ausgeführt wurde und nicht auf Domestikation und Gefangenschaft zurückzuführen ist. (Quelle: Science News)





