Der frühere Präsident Richard Nixon ist dafür bekannt, einen der größten Skandale der Nation verursacht zu haben. Deshalb wurde er zum Rücktritt gezwungen, aber wussten Sie, wie viele Menschen er mit sich nahm?

Der Watergate‑Skandal war eines der prominentesten Themen im Weißen Haus. Neunundsechzig Personen wurden angeklagt, und 48 wurden verurteilt. Die meisten von ihnen gehörten zur obersten Verwaltung Nixons.

Details zum Watergate‑Vorfall

Am Morgen des 17. Juni 1972 verhaftete die Washington Police fünf Einbrecher, die im Büro des Democratic National Committee im Watergate‑Komplex der Hauptstadt erwischt wurden. Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass vier der fünf aktive Agenten der Central Intelligence Agency (CIA) waren, die Aktionen gegen den kubanischen Präsidenten Fidel Castro durchführten.

Der fünfte Einbrecher wurde als James W. McCord identifiziert. Er war Sicherheitschef des Committee to Re‑elect the President (CREEP), das unter der Kontrolle von John Mitchell, Nixons ehemaligem Generalstaatsanwalt, stand. (Quelle: Britannica)

Zu dieser Zeit kandidierte Nixon für eine Wiederwahl und hielt eine aggressive Kampagne für unerlässlich, da die Nation wegen des Vietnamkriegs gespalten war. Nixons Verwaltung setzte aggressive Taktiken ein, darunter illegale Spionage. CREEP wurde beauftragt, Kopien hochgeheimer Dokumente zu stehlen und Telefonleitungen im Büro des Democratic National Committee abzuhören, in der Hoffnung, unfaire Vorteile für Nixon zu erlangen.

Sie stellten fest, dass die Abhöranlagen nicht richtig funktionierten, und schickten deshalb fünf mutmaßliche Einbrecher, um das Problem zu beheben. Die Einbrecher wurden gefasst, als ein Sicherheitsbeamter bemerkte, dass mehrere Türschlösser im Gebäude abgeklebt waren. Der Wachmann rief die Polizei, die pünktlich eintraf und sie auf frischer Tat ertappte.

Der Verdacht einer Beteiligung Nixons überschattete die Ermittlungen, als Detektive Kopien von CREEP‑Telefonnummern im Besitz der Einbrecher fanden. (Quelle: History)

Der Skandal und die Folgen

Als das Verbrechen eher wie eine Verschwörung und nicht nur wie ein einfacher Einbruch wirkte, begannen mehrere Personen mit ihren Ermittlungen, darunter die Washington‑Post‑Reporter Bob Woodward und Carl Bernstein. Bald nahm das Duo Kontakt zu einem anonymen Hinweisgeber auf, den sie „Deep Throat“ nannten und der ihnen entscheidende Informationen lieferte, die den neugewählten Präsidenten Nixon mit dem Verbrechen in Verbindung brachten.

Als die Ermittlungen weitergingen, begannen einige Mitglieder der Nixon‑Administration die Seiten zu wechseln und sagten schließlich gegen Nixon und die von ihm begangenen Verbrechen aus. Einer von Nixons Mitarbeitern, John Dean, sagte vor der Grand Jury aus, dass Nixon jedes Gespräch im Oval Office heimlich aufzeichnete.

Mehr Informationen, die zu Nixons Verbindung zum Watergate‑Skandal führen, wurden ans Licht gebracht, als 1974 der Oberste Gerichtshof den Präsidenten anordnete, die Tonbänder mit heimlich aufgezeichneten Gesprächen im Oval Office herauszugeben. Die Aufnahmen lieferten unwiderlegbare Beweise für Nixons Beteiligung am Skandal. (Quelle: History)

Die Ermittlungen führten zur Identifizierung von 69 Personen, die Teil von Nixons Verwaltung waren. Von den 69 wurden 48 wegen ihrer Rolle bei den Verbrechen des Präsidenten verurteilt. Nixon, dem ein Amtsenthebungsverfahren drohte, trat im August 1974 von seinem Amt zurück und wurde von seinem Vizepräsidenten Gerald Ford ersetzt.

Ford entschied mutig, Nixon eine vollständige und bedingungslose Begnadigung für alle während seiner Präsidentschaft begangenen Verbrechen zu gewähren. Diese Entscheidung ließ die Nation ihr Vertrauen in den neuen Präsidenten verlieren und warf Zweifel an der Transparenz der Regierung auf. (Quelle: Britannica)