Angeln gibt es seit der Antike. Dennoch wurde das Freizeitangeln erst in der Moderne erfunden, wobei das Fang‑und‑Freilassen die dominierendste Sportart ist. Aber ist diese Technik tatsächlich hilfreich für das Überleben der Fische? 

Die Sterblichkeitsrate beim Fang und Freilassen von Fischen variiert stark je nach Fischart, Fangmethode und Handhabung. Fische sterben häufig nach dem Freilassen, wenn sie unsachgemäß gefangen und gehalten werden.

Geschichte des Fang‑und‑Freilassens

Der erste schriftliche Bericht über das als Freizeitbeschäftigung ausgeübte Angeln erscheint in einer Publikation von 1496 der englischen Priorin Dame Juliana Berners. Das Buch A Treatyse of Fysshynge wyth an Angle behandelt den nicht‑konsumierenden Aspekt des Angelns und beschreibt ihn als eine reflektierende Tätigkeit, die Männern helfen kann, sowohl geistig als auch körperlich gesünder zu werden.

Die Publikation behandelt auch das Konzept des Fang‑und‑Freilassens, verwendet jedoch nicht die Terminologie. Es heißt, dass nor should a man carry his amusement to excess and catch too much at once. Berners beschreibt außerdem Forellen und Äsche als Raubfische ihrer Zeit.

Der Sport wurde etwa 150 Jahre nach Berners’ Veröffentlichung in die breite Bevölkerung eingeführt. 1653 veröffentlichte Sir Izaak Walton The Compleat Angler. Das Buch veränderte die Sichtweise auf das Angeln als Sport grundlegend und enthielt eine Etikette‑Richtlinie, damit Angler den Sport genießen können. Der Einfluss des Buches ist noch heute in den Angelaktivitäten zu spüren. (Quelle: Fishn Canada)

Sterblichkeitsrate beim Fang und Freilassen von Fischen heute

Bei den heutigen Freizeitangelaktivitäten genießen die meisten Teilnehmer die Idee, den Fisch zu fangen, zu fotografieren und anschließend freizulassen. Doch neuere Studien zeigten, dass das bloße Freilassen des Fisches nicht garantiert, dass er überlebt, was die Praxis völlig widerspricht.

Obwohl die Sterblichkeitsraten bei verschiedenen Fischarten variieren, haben Studien von Fischereibiologen interessante Faktoren entdeckt, die zu einer höheren Sterblichkeit von gefangenen und freigelassenen Fischen beitragen. Hier sind einige.

Wasser- und Lufttemperaturen spielen eine entscheidende Rolle.

Einige Raubfische können den plötzlichen Temperaturwechsel von kalt zu warm nicht verkraften.

Die Dauer des Fangvorgangs.

Studien zeigen, dass je länger der Angler braucht, um einen Fisch zu fangen, desto mehr Milchsäure im Körper des Fisches entsteht. Dies kann zu einem früheren Tod nach dem Freilassen führen.

Die Art und Weise, wie der Fisch beim Fang gehandhabt wird.

Das vertikale Halten des Fisches kann schwere Schäden an seinen inneren Organen verursachen. Das Halten des Fisches an den Kiemen verursacht ebenfalls extreme Schäden und trägt zur Sterblichkeitsrate bei, wenn er wieder freigelassen wird.

Die Art und Weise, wie der Fisch ins Wasser zurückgebracht wird.

Studien zeigen, dass das sanfte Absenken des Fisches ins Wasser anstelle des bloßen Werfens zu einer niedrigeren Sterblichkeitsrate führt.

(Quelle: Duluth News‑Tribune)

Tipps beim Angeln

Viele Enthusiasten diskutieren ausführlich, wie man Fische beim Angeln richtig fang‑ und loslässt, da dies dem Ökosystem der Fische zugutekommt und gesetzeskonform ist. Hier sind einige Tipps, um die Fische am Leben zu erhalten.

Verwenden Sie ein Angelgerät, das schwer genug für den Fisch ist, den Sie fangen.

Versuchen Sie, den Fisch schnell zu fangen, und eine effiziente Methode ist, wenn Ihr Angelgerät den Fisch zügig anheben kann. Zu viel Spielraum verursacht extreme Erschöpfung beim Fisch.

Tauchen Sie Ihre Hände und Netze ins Wasser.

Fischschleim ist für ihr Überleben entscheidend, und trockene Hände oder Handschuhe entfernen ihn von ihren Körpern. Nasse Hände oder Netze können den Verlust des Fischschleims minimieren.

Seien Sie sich bewusst, wie Sie den Fisch behandeln.

Halten Sie den Fisch niemals nur am Maul, geschweige denn an den Kiemen. Halten Sie den Fisch horizontal, mit einer Hand in der Nähe der Kiemen und der anderen nahe dem Bauch.

(Quelle: Duluth News‑Tribune)