Die meisten Wohltätigkeitsaktionen von Prominenten kommen mit einem Rednerpult.

Ein Scheck auf der Bühne. Eine Gala. Ein Kamerablitz. Eine Gedenktafel.

Alex Trebek tat 1998 etwas Leiseres. Er verschenkte 74 Acres offenes Land in den Hollywood Hills von Los Angeles, ein Grundstück, das damals Berichten zufolge rund 2 Millionen Dollar wert war, damit es geschützt statt bebaut werden konnte.[1] Das Land ging an die Santa Monica Mountains Conservancy, und zwar für einen Zweck, der heute fast verblüffend weitsichtig wirkt: Naturschutz und die Erhaltung eines Wildtierkorridors.[1]

Es war, wenn man so will, eine sehr Alex-Trebek-artige Geste. Ruhig. Praktisch. Unaufdringlich. Und klüger, als sie auf den ersten Blick wirkt.

Die Art von Land, die Städte normalerweise verlieren

Städtisches Land folgt seiner eigenen Logik. Wenn eine Stadt es asphaltieren, planieren, einzäunen oder mit einem Ausblick vermarkten kann, dann tut sie das meistens auch. Das gilt besonders für Los Angeles, wo Hänge nur selten einfach Hänge sind. Sie sind künftige Baugrundstücke. Künftige Häuser. Künftige Straßen. Künftige private Panoramen.

Genau das macht Trebeks Spende so interessant. Er verschenkte kein abgelegenes Stück Wildnis, das ohnehin kein Bauträger haben wollte. Er bewahrte offenes Land in den Hollywood Hills, einer der am stärksten unter Druck stehenden und wertvollsten Landschaften Südkaliforniens.[1]

Vierundsiebzig Acres klingen nicht riesig, bis man sie sich mitten in einer Stadt vorstellt. Dann beginnt es plötzlich groß zu wirken. Es wird zu Raum für Bewegung. Raum für Lebensräume. Raum dafür, dass Landschaft Landschaft bleiben kann.

Warum ein Wildtierkorridor wichtig ist

Der Begriff Wildtierkorridor klingt technisch, fast bürokratisch. Aber die Idee dahinter ist einfach. Tiere brauchen Wege. Sie müssen sich zwischen Lebensräumen bewegen können, um Nahrung, Partner, Schutz und Sicherheit zu finden. Schneidet man diese Wege mit Straßen, Mauern und Häusern entzwei, schrumpft man die Natur nicht nur. Man sperrt sie in isolierte Fragmente ein.

So beschädigen Städte Ökosysteme auf leise Weise. Nicht immer, indem sie sie in einem dramatischen Akt auslöschen, sondern indem sie Kontinuität zerstören. Ein Hang bleibt. Dann noch einer. Dann noch einer. Aber die unsichtbaren Linien zwischen ihnen verschwinden, und mit diesen Linien verschwindet auch die Fähigkeit von Wildtieren, wie Wildtiere zu leben.

Trebeks Landschenkung half dabei, eine dieser Linien zu bewahren.[1] Sie hielt offene Fläche offen. Und in einer Stadt kann das genauso wichtig sein wie die Neuschaffung eines Parks. Manchmal geht es beim Naturschutz nicht darum, neue Wildnis zu schaffen. Es geht darum, zu verhindern, dass die letzten funktionierenden Stücke voneinander abgeschnitten werden.

Eine andere Art von Philanthropie

Trebek war lange Zeit Philanthrop und unterstützte unter anderem World Vision und die United Service Organizations.[1] Doch dieses Geschenk sticht heraus, weil es nicht nur wohltätig war. Es war ökologisch, geografisch und dauerhaft.

Geld kann ausgegeben und vergessen werden. Land verhält sich anders. Wenn es einmal geschützt ist, kann es seine Aufgabe über Jahrzehnte erfüllen.

Darin liegt die verborgene Kraft solcher Geschenke. Sie sind nicht bloß symbolisch. Sie verändern die Zukunftsform eines Ortes. Dieses Grundstück wird nicht zu jener Siedlung. Dieser Höhenzug wird nicht zu jener Straße. Dieser Korridor wird nicht geschlossen. Die Spende wird zu einer Art Veto gegen ein anderes Los Angeles.

Und weil sie von Trebek kam, einem Mann, der eher für Hinweise, perfekte Diktion und nächtliche TV-Gelassenheit bekannt war als für Umweltaktivismus, hat die Geste einen zusätzlichen Reiz. Sie wirkt leicht unerwartet. Man rechnet nicht damit, dass der Moderator von Jeopardy! still und leise Lebensraum an Hängen schützt. Und dann erfährt man, dass er genau das getan hat, und die Tatsache bleibt hängen.

Die Hollywood Hills als Lebensraum

Wenn Menschen „Hollywood Hills“ hören, denken sie an Häuser von Prominenten, Serpentinenstraßen und die Mythologie von Los Angeles. An Tierwanderungen denken sie meist nicht.

Aber genau darum geht es. Städte verbergen ihre ökologische Realität oft hinter ihrer kulturellen. Die Hügel sind nicht bloß Kulisse. Sie sind lebendiges Terrain. Kojoten ist es egal, dass ein Viertel berühmt ist. Vögeln ist es egal, dass ein Bergrücken teure Ausblicke bietet. Lebensraum bleibt Lebensraum, selbst wenn Menschen ihn mit Prestige überziehen.

Land dort zu erhalten heißt, etwas anzuerkennen, das Städte gern vergessen: Urbane Räume sind nicht von der Natur getrennt. Sie sind Auseinandersetzungen mit der Natur. Vorläufige Arrangements. Ausgehandelte Grenzen.

Trebeks Spende stellte sich, klein aber bedeutsam, auf die Seite der Kontinuität statt der Zersplitterung.

Warum sich diese Geschichte so einprägt

Ein Teil dessen, was diese Tatsache so befriedigend macht, ist der Widerspruch zwischen öffentlichem Bild und tatsächlicher Handlung. Alex Trebeks Ruhm beruhte auf Antworten, Kategorien und makelloser Ruhe. Und doch hatte eine seiner dauerhaftesten Taten abseits der Kamera mit etwas viel Erdigerem und Körperlicherem zu tun: Erde, Fläche, Topografie, Lebensraum, Erhalt.

Und ein weiterer Teil ist die Größe. Vierundsiebzig Acres mitten in einer Weltstadt sind keine symbolische Geste. Sie sind ein Einschnitt. Eine bewusste Weigerung, jedes wertvolle Stück Land privater Nutzung zu überlassen.[1]

Hinzu kommt, dass auch der Zweck selbst etwas zutiefst Anziehendes hat. Nicht nur Naturschutz, der ohnehin schon bewundernswert ist, sondern Naturschutz mit Blick auf Bewegung. Ein Wildtierkorridor ist ein Akt der Demut. Er geht davon aus, dass nicht nur menschliche Wege zählen.

Vielleicht ist das das Schönste an der ganzen Geschichte. Trebek bewahrte das Land nicht einfach nur, damit Menschen es bewundern konnten. Er bewahrte es, damit Tiere hindurchziehen konnten, ungesehen und unbeeindruckt von Prominenz, durch Los Angeles wandernd, als hätte die Stadt sich kurz daran erinnert, dass sie in einer Welt gebaut wurde, die auch jemand anderem gehört.

Quellen

1. Wikipedia - Alex Trebek, Philanthropy and activism