Viele würden annehmen, dass der erste Cyberangriff zu einer Zeit stattfand, als Computer bereits existierten. Im Gegensatz zu dieser Annahme ereignete sich der erste Cyberangriff tatsächlich vor fast zwei Jahrhunderten, als es noch keine Computer oder das Internet gab.
Der erste Cyberangriff ereignete sich 1834, als die beiden Bankierbrüder François und Joseph Blanc einen Plan entwickelten, in das Semaphor‑Telekommunikationssystem einzubrechen, um Informationen über die Pariser Börsenhandelsplätze Tage vor den lokalen Konkurrenten zu erhalten.
Wer war am ersten Cyberangriff beteiligt?
François Blanc und Joseph Blanc sind Brüder, die als Banker an der Börse von Bordeaux tätig waren. Sie handelten hauptsächlich mit Staatsanleihen. Über ihr Privatleben ist wenig bekannt. (Quelle: Deep Blue Telecom)
Mehrere Betreiber und ein namenloser Kollege waren ebenfalls an dem Telekommunikationsbetrug beteiligt. (Quelle: The Amusing Planet)
Was war der Plan?
Nachrichten vom Aktienmarkt benötigten etwa fünf Tage, um nach Bordeaux zu gelangen. Die Menschen gingen sogar so weit, Brieftauben zu trainieren, um Informationen zu übermitteln. Wer zuerst über Insiderinformationen zu den Aktien verfügte, machte ein Vermögen.
Die Brüder suchten die Hilfe eines Kollegen aus Paris, um die Kursentwicklungen an der Pariser Börse zu beobachten, da ihre Geschäfte stark von den Bewegungen in der Hauptstadt abhingen.
Später übermittelte dieser Kollege die Informationen über die Aktien über Telegrafenoperatoren zurück an François und Joseph in Bordeaux. (Quelle: Deep Blue Telecom)
Wie funktionierte das?
Das Telekommunikationssystem jener Zeit unterschied sich stark von dem, was wir heute kennen. Anstelle von Kupferkabeln nutzten sie eine Reihe von Türmen, um einen optischen Telegraphen zu erzeugen.
Das größte Problem, dem die Blanc‑Brüder mit ihrem Plan gegenüberstanden, war, dass das Telekommunikationsnetz ausschließlich für Regierungszwecke vorgesehen war. Sie fanden einen Weg, dieses Hindernis zu umgehen, indem sie Operatoren in das Vorhaben einbezogen. (Quelle: Deep Blue Telecom)
Wie lange dauerte der Betrug?
Erstaunlicherweise konnten die Brüder das gesamte Vorhaben etwa zwei Jahre lang betreiben, obwohl ihre Konkurrenten bereits misstrauisch gegenüber ihren Aktionen waren.
Das Ganze zerfiel, als einer der bestochenen Betreiber auf seinem Sterbebett über das Ganze gestand. Es gibt Berichte, die besagen, er habe aus Schuldgefühlen gestanden, während andere sagen, es sei ihm entglitten, als er versuchte, einen Ersatz zu rekrutieren, bevor er verstarb. (Quelle: Deep Blue Telecom)
Die Blanc‑Brüder und alle Beteiligten wurden 1836 verhaftet. Da jedoch technisch gesehen keine Gesetze verletzt wurden, weil es keine Vorschriften zum Verbot der Nutzung der Türme für private Nachrichten gab, wurden die Brüder freigelassen. Die Betreiber hingegen mussten ihre Strafe absitzen, da das Annehmen von Bestechungen illegal war.
Aufgrund dieses Fiaskos wurden sofort neue Gesetze erlassen, um den Missbrauch der Telekommunikation, insbesondere im Zusammenhang mit Insiderhandel, zu verhindern. (Quelle: Deep Blue Telecom)
Wann fand der nächste Cyberangriff statt?
Der nächste dokumentierte Cyberangriff geschah 1988 versehentlich. Robert Morris, ein 20‑jähriger Doktorand der Cornell University, ließ einen Computerschwarm frei, der großen Schaden in weiten Teilen des Internets anrichtete.
Morris’ Absichten waren in keiner Weise bösartig. Er wollte lediglich wissen, wie groß das Internet ist, aber sein Programm begann, sich selbst zu replizieren, und geriet außer Kontrolle.
Morris wurde zu drei Jahren Bewährung, 400 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt und musste eine hohe Geldstrafe zahlen. Er war die erste Person, die nach dem Computer Fraud and Abuse Act angeklagt wurde. (Quelle: The Amusing Planet)






