Der Volkswagen Konzern ist ein deutscher Kraftfahrzeughersteller mit Sitz in Wolfsburg, Niedersachsen, Deutschland. Das Unternehmen wurde 1937 gegründet und ist bekannt für seinen ikonischen Beetle. Aber wussten Sie, dass es selbst mitten in der Rezession als das wertvollste Unternehmen bezeichnet wurde?

Im Jahr 2008 wurde die Volkswagen Gruppe selbst auf dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise und trotz der drohenden Insolvenz als das wertvollste Unternehmen bezeichnet.

Die Geschichte von Volkswagen

Die Deutsche Arbeitsfront oder die Deutsche Arbeitsfront gründete 1937 in Berlin, Deutschland, die Volkswagen Gruppe. Damals waren Autos ein Symbol für Luxus und gewöhnliche Deutsche konnten sich nicht mehr als ein Motorrad leisten. Die Gruppe verfolgte die Idee, etwas Neues zu schaffen und potenziell den Mittelstand anzusprechen. Schließlich entwickelten sie das Volkswagen‑Projekt

Zu dieser Zeit stand Deutschland unter der Kontrolle von Adolf Hitler und der nationalsozialistischen NSDAP. Das Unternehmen war staatlich und wurde von Gesellschaft zur Vorbereitung des Deutschen Volkswagens mbH in Die Volkswagen‑Gesellschaft umbenannt.

Hitler rief Ferdinand Porsche, einen österreichisch‑deutschen Automobilingenieur, zu sich, um ein spezielles Design für das sogenannte Volksauto zu liefern. 

Leider begann 1939 der Zweite Weltkrieg und Volkswagen stellte die Produktion ein. Nach Kriegsende lagen die Fabriken in Trümmern, doch die Alliierten halfen, die deutsche Automobilindustrie wiederzubeleben. (Quelle: History)

Die Beliebtheit des Beetle

Aufgrund seiner nationalsozialistischen Wurzeln waren die Verkäufe von Volkswagen in den Vereinigten Staaten im Vergleich zu anderen Teilen der Welt recht schleppend. Doch 1959 startete die Werbeagentur Doyle Dane Bernbach eine bemerkenswerte Kampagne und gab dem Auto seinen Beetle-Namen. Sie überzeugten die Verbraucher, dass seine geringe Größe ein klarer Vorteil für den Durchschnittsbürger sei. In den folgenden Jahren wurde der Beetle zum meistverkauften Import in den USA. 

Bis 1960 verkaufte die deutsche Regierung 60 % der Volkswagen‑Aktien an die Öffentlichkeit und entstaatlichte das Unternehmen schließlich. Im darauffolgenden Jahrzehnt übertraf der Beetle den langjährigen Produktionsrekord von 15 Millionen Fahrzeugen, der ursprünglich 1908 von der Ford Motor Company aufgestellt worden war. (Quelle: History)

Der Volkswagen‑Konzern in der Rezession von 2008

Der Short‑Squeeze im Oktober 2008 bei den Volkswagen‑Aktien wurde seitdem als die Mutter aller Squeezes bezeichnet. Das Unternehmen wurde als ein außerordentlich verlockender Short‑Kandidat angesehen. Doch in einer schrecklichen Phase der Krise führte ein organisierter Short‑Squeeze seiner Aktien dazu, dass das Unternehmen kurzzeitig das wertvollste Unternehmen der Welt wurde, nach Marktkapitalisierung sogar größer als Exxon Mobil.

Auf dem Höhepunkt der großen Finanzkrise im Oktober 2008 wurde Volkswagen als ein starkes Insolvenzrisiko angesehen. Doch bereits vor der Krise hatte Volkswagen finanzielle Schwierigkeiten. Trotz der problematischen Finanzlage und Geschäftsaussichten meldete das Unternehmen mehrere Quartale mit leicht über den Erwartungen liegenden Gewinnen, sodass der Aktienkurs überraschend hoch bei über 300 € blieb. Diese Faktoren machten Volkswagen zu einem scheinbar attraktiven Short‑Kandidaten, als die Finanzkrise sich entfaltete. 

Märkte werden immer voller Überraschungen sein. Im Jahr 2008 sollten die Aktionen von Porsche wahrscheinlich nicht völlig überraschend gewesen sein. Im Geschäftsjahr 2007 verdiente Porsche dreimal so viel Geld mit Derivaten wie mit dem Autoverkauf, und die meisten dieser Derivate bezogen sich auf Volkswagen‑Aktien. (Quelle: Mox Reports)