Mit sechzehn saß John Davison Rockefeller in einem Büro in Cleveland und führte die Bücher für Hewitt & Tuttle, eine Firma, die Kommissionswaren und Lieferungen landwirtschaftlicher Erzeugnisse abwickelte. Vor den Raffinerien, vor Standard Oil, bevor sein Vermögen beinahe unermesslich wurde, lernte er die Macht von Spalten, Margen und exakter Buchführung kennen.[1]
John D. Rockefeller machte Standard Oil zu einem Beinahe-Monopol im amerikanischen Ölgeschäft, häufte eines der größten Privatvermögen der Geschichte an und trug dazu bei, die Vereinigten Staaten zu Kartellgesetzen zu drängen, die unternehmerische Macht begrenzen sollten.
Rockefeller wurde am 8. Juli 1839 in Richford, New York, geboren und zog mit seiner Familie nach Cleveland, als er 14 war.[1] Cleveland bot ihm einen nützlichen Standortvorteil. Die Ölförderung in Pennsylvania nahm zu, Pittsburgh war erreichbar, und eine Raffinerie nahe Cleveland konnte nah genug am Geschehen liegen, ohne von ihm verschluckt zu werden.[1]
Mit 20 ging er mit einem Partner als Kommissionshändler für Heu, Fleisch, Getreide und andere Waren ins Geschäft. Die Firma erzielte im ersten Jahr einen Bruttoumsatz von 450.000 Dollar, eine bemerkenswerte Summe für jemanden, der kurz zuvor noch Angestellter gewesen war.[1] Biography beschreibt Rockefeller als vorsichtig, lernbegierig und zurückhaltend, wenn es um unnötige Risiken ging.[1] Öl bot ihm Anfang der 1860er-Jahre etwas Interessanteres als einen bloßen Rausch des Goldgräbertums. Es bot ihm ein ungeordnetes Geschäft, das man erfassen, lenken, bepreisen und straffen konnte.
Die Raffinerie nahe Cleveland
1863 eröffnete Rockefeller seine erste Ölraffinerie in der Nähe von Cleveland. Innerhalb von zwei Jahren war sie die größte der Gegend.[1] Das Muster, das danach folgte, war dort bereits erkennbar. Er raffinierte nicht nur Öl; er studierte jeden damit verbundenen Kostenpunkt, von der Versorgung über den Transport bis zur Lagerung.
1870 gründeten Rockefeller und seine Partner die Standard Oil Company als Kapitalgesellschaft.[1] Das Unternehmen florierte rasch, begünstigt durch günstige Branchenbedingungen und Rockefellers Drang, Abläufe zu optimieren und die Margen hochzuhalten.[1] Dann begann Standard, Konkurrenten aufzukaufen. Innerhalb von zwei Jahren kontrollierte das Unternehmen die Mehrheit der Raffinerien im Raum Cleveland.[1]
Diese Größe verschaffte Standard Verhandlungsmacht. Das Unternehmen nutzte seine regionale Reichweite, um vorteilhafte Transportvereinbarungen mit Eisenbahngesellschaften auszuhandeln, und kaufte anschließend Pipelines und Terminals, damit es seine eigenen Produkte selbst bewegen konnte.[1] Außerdem erwarb es Tausende Hektar Wald für Bauholz und Bohrungen sowie, um Rivalen daran zu hindern, ihre eigenen Pipelines zu verlegen.[1] Ein Fass Öl konnte eine von Rockefeller mitgestaltete Welt durchlaufen, lange bevor es je eine Lampe erreichte.
Als ein Unternehmen zum öffentlichen Problem wurde
Bis 1882 hatte Standard Oil ein Beinahe-Monopol im Ölgeschäft der Vereinigten Staaten.[1] Der Begriff klingt juristisch und distanziert, doch die Reichweite war ganz konkret: Raffinerien, Eisenbahnen, Pipelines, Terminals, Wälder, Bohrland und das Kerosin, das gewöhnliche Zimmer erhellte.
Das Vermögen, das aus dieser Reichweite entstand, war ebenso schwer vorstellbar. Die Library of Congress merkt an, dass Rockefeller bereits ein Jahrhundert bevor Bill Gates, Warren Buffett, Mark Zuckerberg und Jeff Bezos zu vertrauten Namen auf Reichenlisten wurden, so viel Vermögen angehäuft hatte, dass er noch heute in diese Gesellschaft gehören würde, wäre er am Leben.[3] Wikipedia beschreibt ihn als einen der wohlhabendsten Amerikaner aller Zeiten und als einen der reichsten Menschen der Geschichte.[2]
Die Methoden von Standard Oil riefen auch eine politische Reaktion hervor. Biography schreibt, dass Rockefellers Geschäftspraktiken zur Verabschiedung von Kartellgesetzen führten.[1] Seine Laufbahn legte ein Problem im Inneren der industriellen Wirtschaft offen: Ein Unternehmen konnte so effizient, aggressiv und erfolgreich werden, dass sein Erfolg weniger wie Wettbewerb und mehr wie Kontrolle wirkte.
Später widmete sich Rockefeller der Philanthropie.[1] Er wird mit Einrichtungen wie der University of Chicago, der Rockefeller University, dem General Education Board und der Rockefeller Foundation in Verbindung gebracht.[2] Er starb 1937 im Alter von 97 Jahren.[1]
Der Bogen wirkt bis heute seltsam. Ein jugendlicher Buchhalter in Cleveland lernte, Konten auszugleichen, und half dann, ein Unternehmen aufzubauen, das so groß wurde, dass Gesetzgeber entscheiden mussten, wie viel private Kontrolle eine öffentliche Wirtschaft ertragen kann.


