2014 hatte Laura McKnight eine Warnung für alle, die sich in der Science-Fiction-Bibliothek des MIT eine Banane ausliehen: Bringt sie pünktlich zurück. Mitglieder konnten einige der Spielzeugbananen, die die Räume der Science-Fiction-Gesellschaft des MIT schmückten, mit nach Hause nehmen, und das elektronische Ausleihsystem konnte ihnen für eine verspätete Rückgabe eine Strafgebühr berechnen. Zur Sammlung gehörten eine Banane im Kettenhemd und eine weitere, aus deren Schale ein Hai hervorbrach.[1]

Bei ihrer Führung für MIT News zeigte McKnight Bananen, die von der Decke hingen, zwischen Büchern steckten und knappen Platz auf Schreibtischen beanspruchten. Ihr eigenes Amt hieß „vice“, was ungefähr Vizepräsidentin entsprach, und sie konnte nicht erklären, wie die Bananenbegeisterung begonnen hatte. Die Spielzeuge hatten ihren Platz in einer Bibliothek gefunden, deren Mitglieder seit Jahrzehnten daran arbeiteten, den Überblick über die Dinge zu behalten.[1]

Als Rudolf Preisendorfer die Gesellschaft 1949 gründete, ließen sich ihre Bücher in einer Holzkiste von einem Wohnheimzimmer zum nächsten transportieren. Als McKnight MIT News herumführte, brauchte man bereits Leitern, um die oberen Taschenbuchregale zu erreichen. Die Mitglieder hatten einst gehofft, sämtliche jemals veröffentlichte Science Fiction zu sammeln, ein Ziel, das durch die Zunahme von Veröffentlichungen im Selbstverlag unerreichbar geworden war.[1]

In den 1960er Jahren hatte Anthony Lewis dieses Ziel verfolgt, indem er sich den Zeitschriften widmete, in denen so viel frühe Science Fiction erschienen war. Mitglieder durchsuchten Buchhandlungen in Boston und New York nach fehlenden Ausgaben und banden die vervollständigten Reihen anschließend zu Bänden. Lewis sorgte sich, dass Geschichten verloren gehen könnten, die auf Papier gedruckt waren, das die Menschen womöglich wegwarfen. Als Tate Williams ihn 2014 für The Magazine interviewte, standen diese alten Zeitschriften noch immer in der Bibliothek, ihr billiges Papier vergilbt und brüchig.[2]

Mit dem Wachstum der Sammlung fanden andere Mitglieder Aufgaben, die zu ihnen passten. Marilyn Wisowaty erstellte einen Katalog auf IBM-Lochkarten, der nach ihrem Spitznamen Fuzzy Pink als Pinkdex bekannt wurde. Der Name ging auf den Onlinekatalog über. Freiwillige, die als Schlüsselhüter bekannt waren, öffneten die Räume und halfen dabei, die Buchausleihe aufrechtzuerhalten, manchmal noch Jahrzehnte nach ihrer Studienzeit. Williams beschrieb Jade Wangs wöchentliche ehrenamtliche Dienste und Jack Stevens' mehr als vierzigjährigen Einsatz. Wang erinnerte sich daran, mit Bibliotheken aufgewachsen zu sein, die nur einzelne Bände einer Reihe besaßen; hier konnte man auch die anderen finden.[2]

Bei den Treffen der Gesellschaft ließen die Mitglieder dieser Vorliebe für Verfahrensregeln beträchtlichen Spielraum. Ein Bericht von MIT News aus dem Jahr 2012 beschrieb einen drei Fuß langen Schraubenschlüssel, der als Sitzungshammer diente, und ein Abstimmungssystem, bei dem jeder mit jeder Gliedmaße eine Stimme abgeben durfte. Ein Mitglied konnte mit einem Arm für einen Antrag stimmen, mit dem anderen dagegen oder sich mit einem Bein enthalten. Der Bericht aus jenem Jahr hielt fest, dass ein Antrag angenommen worden war, einen veganen Truthahn aus Bananen zu entwickeln, während ein bananenfarbener Truthahn keine Zustimmung gefunden hatte.[4]

Laut der Website der Gesellschaft kann nach wie vor jeder während der Öffnungszeiten in der Bibliothek stöbern, und auch Menschen außerhalb des MIT können Mitglied werden. Neben Science Fiction gibt es Fantasybücher, Zeitschriften und verwandtes Material sowie einen ausleihbaren Bestand. Die Ausleihe von Spielzeugbananen stammt aus McKnights Schilderung von 2014.[3][1]

Bei jenem Besuch stand nahe dem Eingang die ursprüngliche Holzkiste. Sie war zu einer Zeitkapsel geworden, und McKnight sagte, niemand wisse, wann sie geöffnet werden sollte. Vorerst blieb sie versiegelt neben den Bücherregalen stehen.[1]


Quellen

  1. MIT News: Kisten, Bücher und Bananen (2014)
  2. Tate Williams: Club des verrückten Wissenschaftlers (2014)
  3. Science-Fiction-Gesellschaft des MIT: offizielle Website
  4. MIT News: Die riesige Bibliothek der Science-Fiction-Gesellschaft ist nicht von dieser Welt (2012)

Bild: „MITSFS library 1“, zeigt die Bibliothek der Science-Fiction-Gesellschaft des MIT im Jahr 2012, fotografiert von LFaraone, CC BY 3.0. Zugeschnitten und in der Größe angepasst. Das Foto zeigt die Bibliothek, nicht die Ausleihe einer Banane.