Die Burg in Medieval Madness wartet nicht einfach nur auf die Kugel. Ein Schuss hämmert gegen den Eingang, die Zugbrücke klappt herunter, das Fallgitter hebt sich, Lichter flammen auf, und die Punktmatrix-Anzeige inszeniert eine Explosion, als hätte eine winzige Belagerung unter Glas Erfolg gehabt.[1] In diesem Williams-Gehäuse von 1997 wartete auch Tina Fey, nicht auf einem Fernsehset, sondern als Flipper-Prinzessin.

Vor 30 Rock war Tina Fey eine der Stimmen im Williams-Flipperautomaten Medieval Madness von 1997: Sie sprach Prinzessinnen-Dialoge, während ihr späterer Co-Star Scott Adsit Dialoge und Stimmen zum Spiel beisteuerte.

Williams veröffentlichte Medieval Madness im Juni 1997; Brian Eddy entwarf den Automaten, Lyman Sheats programmierte ihn.[1] Die Hauptaufgabe war herrlich direkt: sechs Burgen zerstören. Die Spieler beschossen den Burgeingang mit einer Stahlkugel, bis sich die Zugbrücke senkte, das Fallgitter hob und ein letzter Schuss in die Burg die kleine Zerstörungsszene des Spiels auslöste.[1]

Dan Forden kümmerte sich um Musik und Sound, doch die Komik des Automaten entstand durch eine dicht besetzte Stimmenliste, zu der Tina Fey, Scott Adsit, Andrea Farrell, Greg Freres, Vince Pontarelli und Kevin Dorff gehörten.[1] Ein Großteil der Dialoge wurde von Adsit und Dorff geschrieben, und Adsit sprach außerdem Figuren für das Spiel.[1] Jahre bevor Fey und Adsit gemeinsam in 30 Rock zu sehen waren, standen ihre Namen bereits Seite an Seite in einer mittelalterlichen Flipperwelt voller Trolle, Ritter, Prinzessinnen und spöttischer Arcade-Sprüche.

Die Komik steckte direkt im Gehäuse

Die Besetzungsliste liest sich wie ein Backstage-Zettel, der irgendwie in einen Spielautomaten geschraubt wurde. Fey und Andrea Farrell sprachen die Prinzessinnen, darunter eine mit „Valley Girl“-Akzent.[1] Freres sprach den Turnieransager und einen der Trolle, Pontarelli sprach Francois Du Grimm und den anderen Troll, während Adsit und Dorff die übrigen männlichen Stimmen übernahmen, darunter Ritter und den Zauberer.[1]

Die „Valley Girl“-Prinzessin war eine sehr gezielte Art von Witz. In den 1980er- und 1990er-Jahren war das Valley Girl in den USA zu einer vertrauten stereotypen Figur geworden, verbunden mit dem San Fernando Valley, Jugendslang und einem Popkultur-Bild von modischer, nicht besonders ernsthafter Selbstsicherheit.[3] Der Film Valley Girl von 1983 mit Deborah Foreman und Nicolas Cage hatte dazu beigetragen, diese Figur in die romantische Mainstream-Komödie zu tragen.[2] Selbst eine heutige Streaming-Beschreibung des Films greift diese Sprache auf und sagt, Julies Freundinnen fänden ihre neue Liebe „grody to the max“.[4]

Medieval Madness parodierte also nicht einfach nur Burgen. Es ließ Jahrhunderte aufeinanderprallen. Auf dem Spielfeld gab es einen Burggraben, eine Zugbrücke, Lanzenstechen, Trolle und einen Zauberer, und dann wurde eine kalifornische Karikatur des späten 20. Jahrhunderts in den Turm gesetzt. Die Jungfrau in Nöten klang, als sei sie gerade aus dem Einkaufszentrum hereingestolpert.

Eine kleine Auflage mit langem Nachleben

Von der ursprünglichen Ausgabe von 1997 wurden nur 4.016 Exemplare produziert.[1] Der Automat wurde zu einem der meistgeschätzten modernen Flipperspiele; viele Gelegenheitsspieler halten ihn für den besten Flipperautomaten überhaupt.[1] Sein Ruf hielt so lange an, dass Chicago Gaming 2015 begann, unter Lizenz von Planetary Pinball, dem Inhaber der Williams-Rechte an Flipperproduktion und Ersatzteilen, Remake-Versionen zu veröffentlichen.[1]

Der ursprüngliche Flyer versprach: „Behold the Renaissance of Pinball“ – „Erlebt die Renaissance des Flippers“ –, eine große Zeile für eine Branche, die auf Wiederbelebung hoffte.[1] Was noch unmittelbarer bleibt, ist der Automat selbst: Stahl, der gegen das Burgtor knallt, wackelnde Kunststofftürme, blinkende Lichter und Tina Fey, verborgen in den Schaltkreisen, als Prinzessin mit Pointe.

Quellen

  1. Medieval Madness, Wikipedia
  2. Valley Girl (1983 film), Wikipedia
  3. Valley girl, Wikipedia
  4. Valley Girl (1983), Tubi