Uriah Smith wusste, was ein verängstigtes Pferd auf einer Straße anrichten konnte. 1899 meldete er in Battle Creek, Michigan, ein Patent für eine Kraftfahrzeugkarosserie mit einer verblüffenden Ergänzung an: einem lebensgroßen Pferdekopf, der aus der Vorderseite der Maschine ragte.[1]

Der Horsey Horseless war ein 1899 vorgeschlagenes Automobildesign des Predigers und Erfinders Uriah Smith. Sein falscher Pferdekopf sollte vorbeikommenden Pferden vorgaukeln, das neue Automobil sei nur ein weiteres von Pferden gezogenes Fahrzeug.

Patent Nr. 30.551 bezeichnete die Form sowohl als „nützlich als auch ornamental“ und erläuterte dann den nützlichen Teil in einem Satz, der sich immer noch wie mechanisches Theater anfühlt. Ein lebendes Pferd, schrieb Smith, würde glauben, ein anderes Pferd zu sehen, und bevor es den Irrtum entdecken könnte, wäre der seltsame Wagen bereits vorbeigefahren.[1]

Auf der Zeichnung ist die Fahrzeugkarosserie für die damalige Zeit kastenförmig und gewöhnlich. Vorne, wo später ein Kühler oder eine Lampe hingehören könnten, erhebt sich ein Pferdehals in einer festen Krümmung. Consumer Guide merkt an, dass der Kopf lebensgroß sein und vor dem Wagen befestigt werden sollte, wobei Smith die hohle Figur auch als Windbremse und Benzinkanister empfahl.[2]

Straßen in den 1890er Jahren gehörten Tieren ebenso sehr wie Maschinen. Autoweek weist darauf hin, dass Smith sich eine Welt mit sehr wenigen Automobilen und weit mehr Pferden vorstellte, eine Welt, in der das neue Objekt auf der Straße dasjenige war, das einer Erklärung bedurfte.[3] Der falsche Kopf zielte auf mehr als nur das Pferd ab. Er versprach allen Anwesenden, dass die Zukunft ein vertrautes Gesicht tragen könnte.

Smith näherte sich dem Autoproblem von außerhalb der Fabrikhalle. Er war ein Siebenten-Tags-Adventist, Prediger, Lehrer, Schriftsteller und Illustrator, und Autoweek bemerkt, dass er bereits ein Gelenkprothesebein patentiert hatte, nachdem er eines seiner eigenen durch eine Infektion verloren hatte.[3] Der Horsey Horseless entsprang derselben praktischen Vorstellungskraft, dem Impuls, ein körperliches Problem mit einem sichtbaren Gerät zu lösen.

Die überlieferten Spuren sind eine Patentzeichnung, einige kurze Beschreibungen und ein Name, der klingt, als wäre er einem Kinderbuch entflohen. Die Diskussion von Field Office über das Design verortet es in einer Zeit, in der neue Maschinen oft die Formen der Dinge übernahmen, die sie ersetzten.[4] Frühe Automobile sahen bereits aus wie Kutschen, bei denen die Pferde entfernt worden waren. Smiths Version setzte das Pferd wieder ein, zumindest als Maske.

Einen Benzintank in Form eines Pferdekopfes kann man kaum ernsthaft verteidigen. Der menschliche Aspekt ist sanfter. Menschen begegnen einer neuen Technologie selten beim ersten Mal zu ihren eigenen Bedingungen. Sie verlangen, dass sie wie die alte Gewohnheit, das alte Werkzeug, das alte Tier auf dem Weg aussieht. Smiths Patent hinterlässt uns ein Auto, das versucht, leise durch die Welt der Pferde zu fahren, und dabei das Gesicht des Geschöpfs trägt, das es ersetzen sollte.

Quellen

  1. Google Patents, Uriah Smith, „Design für eine Fahrzeugkarosserie“, US-Designpatent 30.551
  2. Consumer Guide, „Wiehern, was? Der Horsey Horseless Wagen von 1899“
  3. Autoweek, „Dieses pferdeförmige Auto ist nicht (ganz) so dumm, wie es scheint“
  4. Field Office, „Bemerkungen zum Horsey Horseless“