Im Februar 2013 verließ Shia LaBeouf die Broadway‑Produktion Orphans, bevor sie eröffnet wurde, und tat dann, was Prominente zunehmend selbstbewusster zu tun begannen: Er stellte die Papierspur online. Er twitterte eine Entschuldigungs‑E‑Mail, die an die Besetzung gerichtet war, einschließlich Alec Baldwin, nachdem Berichte seinen Abgang als das altbekannte Show‑Business‑Standardargument „creative differences“ beschrieben hatten. Dann bemerkten die Leser, dass sogar die Entschuldigung Begleitung hatte.[1]

Der Plagiatsskandal um Shia LaBeouf wurde berüchtigt, weil das Kopieren nicht beim Originalwerk endete. Nach Kritik, dass sein Regiedebüt von 2012 von dem Karikaturisten Dan Clowes entliehen war, entschuldigte sich LaBeouf, und diese Entschuldigung stellte sich als fast identisch mit einem Beitrag von 2010 auf Yahoo Answers heraus.

Der Broadway‑Vorfall war nicht die Clowes‑Kontroverse, aber er machte das Muster schwerer zu übersehen. LaBeouf sollte sein Broadway‑Debüt gegenüber Baldwin in Orphans geben, verließ dann die Produktion. Als er die Entschuldigungs‑E‑Mail veröffentlichte, wiesen Beobachter darauf hin, dass Teile davon offenbar aus einer früheren öffentlichen Entschuldigung eines anderen Autors kopiert worden waren.[1]

Das war die seltsame Kraft der größeren Geschichte. Ein berühmter Schauspieler, dem vorgeworfen wird, von einem anderen Künstler zu leihen, ist eine vertraute Unterhaltungs‑Überschrift. Ein berühmter Schauspieler, der sich für das Leihen entschuldigt, während er die Entschuldigung selbst leiht, ist nachhaltiger. Die Entschuldigung hört auf, als Schadensbegrenzung zu dienen. Sie wird zu einer weiteren Ausstellung.

Der Kurzfilm, der die Schleife startete

Die zentrale Anschuldigung betraf LaBeoufs Kurzfilm von 2012 HowardCantour.com, sein Regiedebüt, und das Werk des Karikaturisten Dan Clowes. Der Film wurde kritisiert, weil er Clowes’ Comic „Justin M. Damiano“ fast identisch nachahmte, ohne Quellenangabe. LaBeouf entschuldigte sich daraufhin öffentlich bei Clowes, aber diese Aussage wurde bald auf eine Antwort von 2010 auf Yahoo Answers zum Thema Plagiat zurückgeführt.[1]

Die Quelle ließ die Episode noch absurder erscheinen. Eine kopierte Entschuldigung aus einer Anwalt­aussage oder einer Studio‑Pressemitteilung hätte den grauen Geruch von Krisen­management tragen können. Yahoo Answers war etwas völlig anderes: ein öffentlicher Krimskrams‑Schrank für Hausaufgabenhilfe, Trivia, Beziehungsratschläge und Fremde, die versuchen, autoritativ zu klingen, ohne ersichtlichen Lohn. Die entliehenen Worte kamen nicht in institutioneller Sprache verpackt. Sie stammten aus dem Fundbüro des Internets.

Der Ausdruck „creative differences“ erhielt in demselben Zeitraum der Öffentlichkeit einen unbeabsichtigten Nachhall. TV Tropes beschreibt ihn als gängige öffentliche Erklärung, wenn Darsteller Shows, Bands oder Produktionen verlassen, manchmal als Ersatz für unordentlichere Konflikte, die niemand Beteiligte klar benennen möchte.[2] Bei LaBeouf landete der Ausdruck unbeholfen. Das öffentliche Protokoll füllte sich mit kopierter Sprache, und „creative“ begann weniger wie eine Verteidigung und mehr wie eine Frage zu klingen.

Wenn Wiederholung zum Skandal wird

TIME später sammelte die Episoden unter der unverblümten Überschrift „Eine kurze Geschichte von Shia LaBeouf, der die Arbeit anderer kopiert“, beginnend mit der Orphans-Entschuldigung und weitergehend durch den Dan-Clowes-Streit.[1] Der Punkt war nicht mehr ein einzelner Akt unbenannter Übernahme. Es war Wiederholung. Jede neue Entschuldigung oder Erklärung lud die Menschen ein, den Text ins Licht zu halten.

LaBeouf stellte einen Teil des Aufruhrs auch als Performancekunst dar, aber diese Erklärung ließ das Publikum in einer seltsamen Position zurück.[1] Wenn das Kopieren absichtlich war, existierten die kopierten Künstler weiterhin. Wenn die Entschuldigung aufrichtig war, machte die entliehene Formulierung die Aufrichtigkeit schwerer zu erkennen. Wenn die Enthüllung Teil des Werks war, hing das Werk davon ab, dass die Menschen die Naht finden.

Deshalb blieb das Detail von Yahoo Answers in der Geschichte verankert. Es komprimierte einen ausgedehnten Promi‑Plagiats‑Skandal zu einem kleinen, durchsuchbaren Bild: ein berühmter Schauspieler entschuldigt sich bei einem Künstler dafür, Worte und Ideen übernommen zu haben, während er im Netz zurückgreift und erneut die Worte eines anderen nimmt.

Quellen

  1. TIME, „Eine kurze Geschichte von Shia LaBeouf, der die Arbeit anderer kopiert“
  2. TV Tropes, „Kreative Differenzen“