Der Boden auf dem Mallow Racecourse war noch feucht von einem nächtlichen Frost, als Kapitän Ruben Ocana aus einer Gulfstream II Executive‑Jet auf der fünf Furlong langen Geraden stieg, einem Rasenstreifen, der für Pferde gedacht ist, nicht für ein mexikanisches Flugzeug.[1]
Im April 1983 landete Kapitän Ruben Ocana unerwartet eine Gulfstream II auf dem Mallow Racecourse im County Cork, Irland, und blieb dort anschließend 39 Tage, während eine provisorische Startbahn vorbereitet wurde, damit das Jet wieder abheben konnte.[1]
Ocana dachte, das Problem würde sich von selbst lösen, wenn das Wetter ein wenig mitspielt. „Ich werde hier weg sein, sobald der Boden trocken ist“, sagte er dem Irish Examiner‑Autor Ray Ryan kurz nach der Landung.[1] Auf einem Rennkurs klang das fast plausibel. Die Gerade war lang. Das Flugzeug war intakt. Der Frost würde nachlassen, das Gras würde fester werden, und die Besatzung würde ihren Weg fortsetzen.
Das Feld hatte andere Vorstellungen. Eine Gulfstream II war kein leichtes Bauernflugzeug, das nach dem Mittagessen aus einer Weide hüpfen könnte. Es war ein Executive‑Jet, gebaut für vorbereitete Startbahnen, und nun auf Rasen, der nie gebeten wurde, es wieder in den Himmel zu starten.[1]
Ein Rennkurs mit einem Jet darauf
Für Mallow wurde das Flugzeug schnell mehr als eine seltsame Ankunft. Es blieb im öffentlichen Blickfeld. Ocana und seine Besatzung blieben bei ihm. Tage wurden zu Wochen, und die praktische Frage wuchs: Wie bekommt man einen Luxusjet aus einem Ort, an dem er nie hingehört?[1]
Die Antwort war nicht einfach Geduld. Laut Ryans späterer Schilderung verbrachte das Jet 39 Tage in der Stadt, während eine provisorische Startbahn gebaut wurde, um die Abreise zu ermöglichen.[1] Der Rennkurs musste kurzzeitig zu etwas werden, das eher einem Flugplatz ähnelt.
Dieses langsame Intervall verleiht der Geschichte ihre Form. Die Landung war überraschend, aber die Verzögerung machte sie lokal. Die Gulfstream verschwand nicht hinter einem Flughafenzaun. Sie stand auf einem Rennkurs im County Cork, während die Menschen die unspektakulären Details von Gewicht, Rasen, Wetter und Startgeschwindigkeit ausarbeiteten.[1]
Ryan schrieb, dass er Ocana während dieser Wochen gut kennengelernt habe.[1] Ihre Gespräche gingen über das feststeckende Flugzeug hinaus, zu Luftfahrt, Militärgeschichte und den Unterschieden zwischen Ocanas Mexiko und Irland.[1] Was als Reporter, der mit einem gestrandeten Piloten sprach, begann, wurde laut Ryans Darstellung zu einer Freundschaft, die bis zu Ocanas Tod andauerte.[1]
Der Teil, der blieb
Die Geschichte wird manchmal zu einer komischen Überschrift über einen mexikanischen Piloten und einen irischen Rennkurs reduziert. Ryans Erinnerung ist zurückhaltender. Es gibt feuchten Boden, einen Kapitän, der ein optimistisches Versprechen gibt, ein Jet, das zu schwer für den Ort ist, an dem es gelandet ist, und eine Stadt, die warten muss, während die Lösung unter seinen Rädern gebaut wird.[1]
Dreißig Jahre später beschrieb der Irish Examiner die Episode als „Überraschende Jet‑Ankunft“, die ein Erbe in Mallow hinterließ.[1] Der Quellbericht benötigt keine Statue oder Plakette, um dieses Erbe zu erklären. Eine Stadt hatte ihren Rennkurs betrachtet und sah, mehr als einen Monat lang, ein internationales Luftfahrtproblem, das auf dem Gras geparkt war.
Ocana’s erster Satz trägt immer noch den Charme der gesamten Episode. Sobald der Boden austrocknet, sagte er, würde er weg sein.[1] Stattdessen bekam Mallow 39 Tage mit einem Gulfstream auf der Geraden.



